Deutscher Buchhandel wegen fehlender Bestseller mit Umsatzminus
Frankfurt am Main (APA/AFP) - Der Umsatz am deutschen Buchmarkt hat im vergangenen Jahr leicht um 2,2 Prozent auf 9,32 Milliarden Euro abgen...
Frankfurt am Main (APA/AFP) - Der Umsatz am deutschen Buchmarkt hat im vergangenen Jahr leicht um 2,2 Prozent auf 9,32 Milliarden Euro abgenommen. Hauptgrund dafür seien fehlende große Bestseller, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Demnach wurde 2014 mit den zehn meistverkauften Büchern 20,2 Prozent weniger Umsatz gemacht als 2013.
Der Anteil der verkauften Belletristik am Gesamtmarkt sei damit bereits zweite Jahr in Folge spürbar rückläufig. Während im Jahr 2012 die Erotikreihe „Shades of Grey“ noch zu stabil hohen Belletristik-Umsätzen beigetragen habe, habe der Umsatz 2013 um 3,5 Prozent und im vergangenen Jahr nochmals um 6,7 Prozent abgenommen. Damit machen Romane und ähnliche Bücher nur noch 32,4 Prozent am Gesamtumsatz aus, nach 34,1 Prozent im Jahr 2013. Sachbücher, Ratgeber und Reiseliteratur konnten dagegen ihre Marktanteile stärken.
Im Handel verbesserten die Buchhandlungen weiter ihre Position gegenüber Internetbuchhändlern. Ihr Umsatz war mit 4,58 Milliarden Euro zwar 1,2 Prozent niedriger als 2013. Der Umsatz der Onlinehändler verringerte sich aber gleichzeitig um 3,1 Prozent. Damit halten die stationären Buchhändler inzwischen einen Anteil am Gesamtmarkt von 49,2 Prozent nach 48,6 Prozent gegenüber einem Marktanteil der Onlinehändler von 16,2 Prozent.
Massiv verschlechtert hat sich weiter die Lage des klassischen Versandhandels, hier verringerte sich der Umsatz um 26 Prozent auf nur noch 161 Millionen Euro. Im Direktgeschäft konnten die Verlage ihren Umsatz gegen den Trend am Markt um 1,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro erhöhen. Damit ist der Direktverkauf der Verlage mit einem Marktanteil von 20,4 Prozent ebenfalls bedeutender als der Verkauf von Büchern im Onlinehandel.