Aktivisten: Syrische Rebellen eroberten Armeestützpunkt in Daraa
Damaskus (APA/dpa/AFP) - Die syrische Armee hat im Süden des Bürgerkriegslandes nach Angaben von Aktivisten eine schwere Niederlage hinnehme...
Damaskus (APA/dpa/AFP) - Die syrische Armee hat im Süden des Bürgerkriegslandes nach Angaben von Aktivisten eine schwere Niederlage hinnehmen müssen. Islamistische Kämpfer eroberten nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Dienstag den wichtigsten Militärstützpunkt in der Provinz Daraa zu großen Teilen. Zudem sind demnach bereits über 230.000 Menschen seit Konflikt-Ausbruch 2011 getötet worden.
Bei den Gefechten in Daraa sind laut Berichten mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Laut der Beobachtungsstelle mit Sitz in London wurden 20 Regierungssoldaten und 14 Oppositionskämpfer getötet. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete wiederum, dass die Armee bei Operationen gegen Jihadisten mehr als 40 Kämpfer der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front getötet habe. Das Rebellenbündnis Armee des Islams bekannte sich im Internet zu dem Angriff und zählte die beteiligten Gruppen auf, zu denen nicht die Al-Nusra-Front gehörte.
In Daraa hatte am 18. März 2011 der Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad begonnen. Inzwischen hat der Konflikt Schätzungen zufolge mehr als 230.000 Menschen das Leben gekostet. Die Beobachtungsstelle teilte ebenfalls am Dienstag mit, seit dem Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen seien 230.618 Todesopfer registriert worden, darunter fast 70.000 Zivilisten. Unter den zivilen Todesopfern seien 7.371 Frauen und 11.493 Kinder.
Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten, Kämpfern und Sanitätern vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar. Nach Angaben des Leiters der Beobachtungsstelle, Abdel Rahman, entfällt der Großteil der Todesopfer auf direkt an Gefechten beteiligte Kämpfer. So seien 49.106 Soldaten der Armee und 36.464 regierungstreue Kämpfer unter den von der Beobachtungsstelle registrierten Toten. Die Beobachtungsstelle meldete ferner den Tod von 41.116 Rebellen, unter ihnen Deserteure, Jihadisten und kurdische Kämpfer. Weitere 31.247 getötete Regierungsgegner stammten demnach aus dem Ausland.
Der bisher opferreichste Monat in diesem Jahr war laut Beobachtungsstelle der Mai, in dessen Verlauf 6.657 Menschen getötet wurden. Die Zahlen der Beobachtungsstelle umfassen nicht die rund 20.000 Menschen, die nach ihrer Verhaftung als vermisst gelten. Da etliche Menschen nach Gefechten verschwanden oder ihr Tod nicht registriert wurde, schätzt die Beobachtungsstelle, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer noch um einige zehntausend höher liegen dürfte.