Ex-Vorsitzender von Repräsentantenhaus plädiert auf unschuldig
Der frühere Vorsitzende des US-Repräsentatenhauses Dennis Hastert soll seinen Missbrauchsopfern Schweigegeld in Höhe von meheren Millionen US-Dollar gezahlt haben.
Chicago – Der unter Missbrauchsverdacht stehende frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, hat vor einem Bundesgericht in Chicago am Dienstag auf nicht schuldig plädiert. Hastert ist angeklagt, weil er gegen Bankengesetze verstoßen und die Bundespolizei FBI über die Abhebung einer Millionensumme angelogen haben soll.
Angeblich handelte es sich dabei um Schweigegeld für einen Mann, den er vor mehr als drei Jahrzehnten als Wrestling-Trainer an einer Schule sexuell missbraucht haben soll.
FBI-Ermittler belogen
Hastert soll sich im Jahr 2010 zur Zahlung von insgesamt 3,5 Millionen Dollar (3,13 Millionen Euro) an einen früheren Schüler der High School bereit erklärt haben, an der er vor seiner politischen Karriere bis 1981 als Lehrer gearbeitet hatte. Die Anklage gegen den 73-jährigen Republikaner aus dem Bundesstaat Illinois bezieht sich allerdings nicht auf die Missbrauchsvorwürfe.
Hastert wird strafrechtlich verfolgt, weil er Barabhebungen in Höhe von 1,7 Millionen Dollar verschleiert und FBI-Ermittler belogen haben soll. Die Bundespolizei hatte 2013 eine Untersuchung der verdächtigen Kontobewegungen eingeleitet.
Hastert war einst einer der mächtigsten Männer in Washington. Als Vorsitzender des Repräsentantenhauses stand er von 1999 bis 2007 bei der Nachfolge des Präsidenten nach dem Vizepräsidenten an zweiter Stelle. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kongress arbeitete er als hochbezahlter Lobbyist. (APA/AFP)