Wissenschafter: Langlebige Holzgegenstände sind Klimafreunde

Wien (APA) - Holz nachhaltig zu nutzen, bringt eine bessere Treibhausgasbilanz, als es vermehrt im Wald herumstehen zu lassen, haben österre...

Wien (APA) - Holz nachhaltig zu nutzen, bringt eine bessere Treibhausgasbilanz, als es vermehrt im Wald herumstehen zu lassen, haben österreichische Forscher berechnet. Bäume sind zwar ein guter CO2-Speicher, doch wenn man Sessel, Dachstühle und Häuser aus Kunststoff, Metall oder Beton anstelle von Holz herstellt, würde das weit mehr Treibhausgas erzeugen und diesen positiven Effekt zunichtemachen.

„In den internationalen Verhandlungen fokussiert man sehr stark darauf, wie viel Treibhausgas der Wald speichert“, erklärte Peter Weiss vom Umweltbundesamt im Gespräch mit der APA. In drei Projekten habe man nun gemeinsam mit Kollegen der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien und dem Bundesforschungszentrum für Wald auch die Auswirkungen der Holznutzung auf die Treibhausgasbilanz untersucht. „Diese Effekte sind mengenmäßig nämlich viel bedeutender, als das, was direkt im Wald passiert“, sagte er.

Die Forscher ermittelten die Treibhausgasbilanz für verschiedene Szenarien: die aktuelle, nachhaltige Nutzung von Holz, gesteigerter Einschlag, um es als Energieträger oder Baustoff zu gewinnen, oder verstärkte Nutzungseinschränkungen. „Wir haben dabei erstmals festgestellt, dass durch die Nutzung von Holz sehr viel Treibhausgasemissionen vermieden werden“, erklärte der Umweltwissenschafter. Es sei also vernünftig, Holz zu verwenden, jedoch nicht mehr, als wieder nachwächst, denn dies würde die CO2-Bilanz verschlechtern.

„Anhand konkreter Beispiele haben wir berechnet, was passiert, wenn man nicht Holz als Grundstoff verwendet, sondern etwa Beton, Kunststoff, Eisen oder Aluminium“, erklärte sein Kollege Werner Pölz. Obwohl die Forscher die Lebensdauer von Holzprodukten sehr pessimistisch kalkulierten, schnitten diese bezüglich der Treibhausgasbilanz in allen Bereichen besser ab, als die Ersatzmaterialien. Man müsse jedoch die Holzprodukte so lange wie möglich nutzen, um den berechneten Vorteil tatsächlich einzulösen. Holz sei zwar eine nachwachsende, aber begrenzte Ressource, so Pölz: „Man kann also nicht alles damit ersetzen und sollte Holz deshalb effizient nutzen.“ Es mache nur eine nachhaltige Bewirtschaftung Sinn, bei der lediglich so viel Holz verbraucht wird, wie zuwächst.

„Im optimalen Fall stellt man ein beständiges Holzprodukt her und recycelt es zu Spanplatten oder Papier, wenn es ans Ende seiner Lebensdauer kommt“, erklärt Weiss. Am Ende aller Recycling-Möglichkeiten könne man die Holzprodukte als Energieträger nutzen und gleichzeitig entsorgen. Durch diese „kaskadische Nutzung“ wird bezüglich der Treibhausgasbilanz ein viel höherer Wirkungsgrad erreicht, als wenn man das Holz frisch aus dem Wald zur Energiegewinnung verwendet, sagte er.