Börse Frankfurt gibt im Frühhandel weiter nach
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch nach seiner jüngsten Talfahrt weiter nachgegeben. Der Leitindex schwankte am Morge...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Mittwoch nach seiner jüngsten Talfahrt weiter nachgegeben. Der Leitindex schwankte am Morgen um seinen Schlusskurs vom Dienstag und lag zuletzt 0,11 Prozent im Minus bei 10.989,39 Punkten. In drei Wochen in Folge hat der DAX damit rund 7 Prozent an Wert verloren.
Die Anleger blieben angesichts der Hängepartie um Griechenlands Schuldentilgung weiter überaus nervös. Im Laufe des Tages wollen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatschef François Hollande in Brüssel erneut mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras verhandeln.
Für den Index der mittelgroßen Werte MDAX ging es am Morgen um 0,27 Prozent auf 19.695,08 Punkte nach unten. Der TecDAX der Technologie-Werte sank um 0,23 Prozent auf 1.625,13 Punkte.
In Deutschland spielte die Musik vor allem bei den Nebenwerten. So ließ eine gekappte Prognose die Aktien von Gerry Weber am MDAX-Ende um mehr als ein Viertel einbrechen. Damit fielen sie auf das Niveau von Ende 2011 zurück. Der Modekonzern rechnet „aufgrund des derzeit schwierigen Marktumfeldes“ nun mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses um 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursprünglich war einschließlich der übernommenen Modekette Hallhuber ein deutlicher Anstieg prognostiziert worden. Im Sog dessen fielen die Papiere des Wettbewerbers Tom Tailor am SDAX-Ende um mehr als 3 Prozent.
Für Gesprächsstoff sorgte auch ein Kurssprung bei den Papieren von Wincor Nixdorf, die sich dank Übernahmespekulationen mit einem Plus von mehr als 10 Prozent an die Index-Spitze setzten. Wincor hat laut eines Zeitungsberichts der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Gespräche über eine Übernahme durch einen amerikanischen Wettbewerber begonnen. Es gebe Verhandlungen mit dem Konkurrenten Diebold, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen. Am frühen Morgen reagierte das Unternehmen allerdings mit einem Dementi: „Wir befinden uns nicht in Merger- oder Übernahme-Verhandlungen“, hieß es.
An der TecDAX-Sitze zogen die Aktien von SMA Solar um rund 20 Prozent an. Der angeschlagene Solartechnikhersteller arbeitet bei Photovoltaik-Großanlagen zukünftig mit dem Elektroriesen Siemens zusammen. Während die finanziellen Auswirkungen der Zusammenarbeit für Siemens minimal sein dürften, seien sie für SMA sehr viel bedeutender, meinte ein Börsianer. Siemens-Anteilsscheine gaben um 0,30 Prozent nach.
Im DAX stiegen die Papiere von Bayer um 1,17 Prozent. Deutschlands größter Pharmakonzern verkauft sein Geschäft mit Diabetes-Technik an seinen japanischen Partner Panasonic Healthcare. Anteilsscheine von HeidelbergCement profitierten mit plus 1,03 Prozent von positiv aufgenommenen Finanzzielen.
Bester Wert im Leitindex waren RWE-Aktien mit plus 1,26 Prozent. Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern kann sich Hoffnungen auf einen neuen Großinvestor machen. Die Kommunen, die an dem Versorger 24 Prozent halten, zeigten sich erstmals aufgeschlossen für einen Interessenten aus dem arabischen Raum.
Die Aktien der Finanzinstitute Deutsche Bank und Commerzbank wurden indes gemieden und gaben jeweils etwas nach. Mehrere Banken, darunter auch die beiden großen deutschen Spieler, werden von der US-Ratingagentur Standard & Poor‘s nun schlechter bewertet, weil Europas Regierungen nicht mehr bereit sind, die Geldhäuser im Krisenfall umfassend zu stützen.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA144 2015-06-10/10:42