USA

Gewaltsames Ende einer Pool-Party: US-Polizist quittiert Dienst

Am Montag demonstrierten Hunderte friedlich gegen den brutalen Polizeieinsatz in McKinney.
© Reuters/Mike Stone

Ein Polizeibeamter warf in einem Vorort von Dallas eine 14-jährige Afroamerikanerin brutal zu Boden, andere Jugendliche bedrohte er mit der Waffe. Ein Video des Einsatzes war im Internet veröffentlicht worden.

Dallas – Videobilder eines Einsatzes gegen Teenager bei einer Poolparty haben in den USA die Diskussion über Polizeigewalt erneut angefacht. Die in McKinney, einem Vorort von Dallas (Bundesstaat Texas), mit einem Handy gemachten Aufnahmen zeigen einen Polizisten, der eine 14 Jahre alte Afroamerikanerin im Bikini brutal auf den Boden drückt, Schimpfwörter benutzt und später sogar seine Pistole zieht. Der Beamte wurde vom Dienst suspendiert, nun hat er seinen Dienst quittiert, teilte die Polizei am Dienstag mit. „Unsere Politik, unsere Ausbildung, unsere Praxis unterstützen solch ein Verhalten nicht“, hob Polizeichef Greg Conley hervor. Der Polizist sei bei seinem Einsatz „außer Kontrolle“ geraten, die anderen elf Beamten vor Ort hätten sich hingegen korrekt verhalten.

Auf dem Onlineportal YouTube war ein Video von dem Polizeieinsatz in McKinney, rund 50 Kilometer nördlich von Dallas, veröffentlicht worden. Es zeigt chaotische Szenen sowie einen weißen Beamten, der die Jugendlichen wüst beschimpft und sie auffordert, sich auf den Boden zu legen. Später wirft und drückt er ein schwarzes Mädchen im Bikini mit dem Gesicht nach unten zu Boden und kniet auf seinem Rücken. Dann werden der Jugendlichen Handschellen angelegt. Gegen zwei schwarze Buben, die ihr offenbar helfen wollen, erhebt der Polizist seine Waffe. Im Hintergrund rennen Jugendliche umher, um vor den Beamten zu fliehen.

Keine Verletzten

Das Video verbreitete sich schnell im Internet und wurde auch wiederholt von US-Fernsehsendern gezeigt. Als Konsequenz wurde der Beamte am Wochenende suspendiert. Die Polizei teilte dazu zunächst mit, sie habe Beschwerden über Lärmbelästigung und miteinander kämpfende Jugendliche bei einer Poolparty erhalten und deshalb Beamte zu der Wohngegend geschickt. Die Jugendlichen hätten „nicht in der Gegend gewohnt und auch keine Erlaubnis gehabt“, sich an dem Schwimmbad aufzuhalten, erklärte die Polizei. Sie hätten sich „geweigert, den Ort zu verlassen“.

Die Bilder von dem Polizeieinsatz erinnerten an Videos, die in den vergangenen Monaten immer wieder um die Welt gingen und oft tödliche Gewalt von Beamten gegen Schwarze zeigten. In diesem Fall gab es jedoch keine ernsthaft Verletzten. (dpa/APA/AFP, tt.com)