Zara-Mutter Inditex profitierte vom schwachen Euro
Madrid (APA/Reuters) - Der schwache Euro und die anziehende Konjunktur füllen dem weltgrößten Modeeinzelhändler Inditex die Kassen. Wie die ...
Madrid (APA/Reuters) - Der schwache Euro und die anziehende Konjunktur füllen dem weltgrößten Modeeinzelhändler Inditex die Kassen. Wie die spanische Mutter der Bekleidungskette Zara am Mittwoch mitteilte, kletterte der Gewinn des H&M-Rivalen im ersten Geschäftsquartal überraschend kräftig um 28 Prozent auf 521 Mio. Euro. Der Umsatz stieg von Februar bis Ende April um 17 Prozent auf 4,37 Mrd. Euro.
Abzüglich der Währungseffekte lag das Plus bei 13 Prozent. Alle Regionen hätten zu dem Wachstum beigetragen. Im Gegensatz zu H&M fertigt Inditex mehr Kleidung in Europa. Dadurch profitierte der Branchenprimus im Exportgeschäft vom schwachen Euro und konnte auch bei seiner Frühjahrskollektion schneller auf das ungewöhnlich warme Wetter in Spanien reagieren. Auch im Mai und Juni habe der Umsatz weiter zugelegt, auch dank der Konjunkturerholung in Europa. Rivale H&M bezieht seine Ware dagegen vor allem aus Asien. Analysten rechnen damit, dass die Schweden nächste Woche für Mai ein Umsatzplus von rund acht Prozent vorlegen, nach einem Zuwachs von zehn Prozent im April.
Umsatztreiber Zara werde rechtzeitig zur Herbst-Saison Online-Shops in Taiwan, Hongkong und Macao starten, kündigte Inditex an. Angesichts der wachsenden Konkurrenz von Internet-Händlern wie Zalando baut der Konzern seine Online-Präsenz aus. Auch die Zahl der Filialen stieg weiter um 63 auf weltweit 6.746 Läden. Zu Inditex gehören auch die Ketten Bershka und Massimo Dutti.
Der wachsende Marktanteil von Inditex-Ketten sowie von H&M macht in Deutschland dem lange Zeit erfolgsverwöhnten Rivalen Gerry Weber zu schaffen. Das Unternehmen aus dem westfälischen Halle rechnet für das laufende Geschäftsjahr statt mit einem leichten Ergebnisanstieg mit einem Gewinneinbruch. Dies gehe auf Rabattschlachten und hohe Expansionskosten zurück.