Kärntner Raiffeisenbanken verdienten 2014 wieder besser

Klagenfurt (APA) - Die Kärntner Raiffeisenbanken haben 2014 wieder besser verdient. Das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) e...

Klagenfurt (APA) - Die Kärntner Raiffeisenbanken haben 2014 wieder besser verdient. Das Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) erreichte 42,2 Mio. Euro, das ist ein Plus von 13,1 Prozent gegenüber 2013. In Wahrheit ist das Plus größer, da das Ergebnis 2013 mit der Auflösung stiller Reserven aufgebessert worden ist. Vorstand Peter Gauper zeigte sich am Mittwoch vor Journalisten jedenfalls zufrieden.

Die Bilanzsumme ist erneut ganz leicht geschrumpft, dafür kann Raiffeisen in Kärnten eine Kernkapitalquote von 13,95 Prozent vorweisen (2013: 12,8 Prozent), wie Vorstand Gert Spanz erklärte. Die Risikovorsorgen bezifferte er mit 20 Mio. Euro, unerwartete Ausfälle gab es im vergangenen Jahr nicht. Der Solidaritätsfonds musste nicht in Anspruch genommen werden. Im Jahr davor waren zwei Mio. Euro für ein in Schieflage geratenes Institut gebraucht worden.

Leicht geschrumpft, von 4,50 auf 4,47 Mrd. Euro, sind die Spareinlagen, wie Vorstand Georg Messner erklärte. Auch beim Kreditvolumen gab es einen Rückgang, und zwar um vier Prozent auf 3,8 Mrd. Euro. Dies spiegle die flaue Konjunkturlage in Österreich und besonders in Kärnten wieder, so Gauper. Für das laufende Jahr rechnet er wieder mit einem leichten Ergebnisrückgang, man spüre natürlich auf die angespannte Finanzsituation des Landes Kärnten.

Das Dauerthema rund um die Klagenfurter Raiffeisen Bezirksbank hat sich ein wenig entspannt, das Institut hat im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Im Vorjahr hatte Gauper die RBB Klagenfurt noch als „Rucksackerl“ bezeichnet. Sie war als Depotbank von der Pleite des früheren Finanzdienstleisters AvW aus Krumpendorf in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kärntner Schwesterbanken mussten in den Jahren 2012 und 2013 mit insgesamt elf Mio. Euro aushelfen. Die geplante Fusion mit der Landesbank ist erst einmal vom Tisch, „wir bleiben vorerst bei einer Zwei-Marken-Strategie“.

Die Causa AvW ist nach wie vor ungelöst. Im Rechtsstreit, ob die RBB Klagenfurt für Anleger von AvW-Genussscheinen Entschädigungen zahlen muss, sind keine Urteile in Sicht. Der RLB-Vorstand erwartet für heuer auch keine. Im günstigsten Fall muss Raiffeisen gar nichts zahlen, beim „Worst Case“ geht es um mehrere 100 Millionen. Es gebe dafür auch ein Szenario, sagte Gauper, es würde zwar „unheimlich wehtun, aber es würde uns nicht umbringen“.

~ WEB http://www.raiffeisen.at ~ APA235 2015-06-10/12:10