Jeder Dritte Deutsche könnte auf Bargeld verzichten - Umfrage
Berlin (APA/AFP) - Karte oder Smartphone statt Münzgeld oder Scheine: Mehr als ein Drittel der Deutschen kann sich einer Umfrage zufolge vor...
Berlin (APA/AFP) - Karte oder Smartphone statt Münzgeld oder Scheine: Mehr als ein Drittel der Deutschen kann sich einer Umfrage zufolge vorstellen, künftig im Alltag auf Bargeld zu verzichten. Unter den 14- bis 49-Jährigen ist dazu fast die Hälfte bereit, wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht.
Noch ist das physische Geld demnach aber mit Abstand die meistgenutzte Zahlungsmethode in Geschäften: 96 Prozent bezahlen so ihre Einkäufe. Der Umfrage zufolge steigt aber auch die Beliebtheit von Debitkarten: 82 Prozent der Befragten gab an, auch diese Art der Bezahlung im Laden zu nutzen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg ihr Anteil um rund 20 Prozent. 35 Prozent nutzen auch eine Kreditkarte und zehn Prozent Bezahldienste, die über das Smartphone laufen. Die Verbreitung für letzteres sei unter den 14- bis 29-Jährigen mit 20 Prozent deutlich höher als in den anderen Altersklassen.
Deutschland sei im Moment „noch ein ganzes Stück entfernt von der bargeldlosen Gesellschaft“, sagte Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. Allerdings gehe der Trend „eindeutig zur bargeldlosen Zahlung“. Starkes Wachstumspotenzial sieht Dietz vor allem beim kontaktlosen Bezahlen mittels NFC-Technologie.
NFC steht für „Near Field Communication“, also Nahfeldkommunikation, einer Technologie, die Daten über sehr kurze Distanzen überträgt. Dafür genutzt werden können zum Beispiel Kredit- oder Debitkarten sowie Smartphones. Verbraucher müssen beim Bezahlen ihre Karte damit nicht mehr in ein Terminal stecken, sondern nur noch davor halten. Am Dienstag gab der Lebensmitteldiscounter Aldi Nord bekannt, seine Kassen in Deutschland auf die Technologie umzurüsten.
Nach Schätzung von Bitkom gibt es derzeit deutschlandweit rund 60.000 Terminals, die NFC unterstützen - was rund acht Prozent aller Kassen im Einzelhandel entspricht. In den kommenden Jahren werde ihre Zahl dem Verband zufolge aber „rasch wachsen“.
Bitkom befragte für die Umfrage nach eigenen Angaben im Mai 1.011 Personen ab 14 Jahren.