Bilderberg - Erste Gäste treffen ein
Telfs (APA) - Für das bis Sonntag stattfindende 63. Bilderberg-Treffen im Tiroler Telfs wurden am Mittwoch die ersten Gäste erwartet. Seit D...
Telfs (APA) - Für das bis Sonntag stattfindende 63. Bilderberg-Treffen im Tiroler Telfs wurden am Mittwoch die ersten Gäste erwartet. Seit Dienstag gilt ein verordnetes „Platzverbot“ (Strafandrohung: 500 Euro) rund um den Tagungsort, das auf einem Hochplateau im Ortsteil Buchen gelegene Interalpenhotel. Seit Mittwoch gibt es Einschränkungen für den „zivilen Sichtflugverkehr“, wie es im Bescheid hieß.
Der Großteil der rund 140 Teilnehmer soll über den Flughafen Innsbruck anreisen. Polizeieskorten lotsen die Gäste dann über die Inntalautobahn bis zum Interalpenhotel, das zur Gänze für die Tagung reserviert wurde. Mit dabei werden teilweise auch eigene Sicherheitsleute sein. Auch die Spezialeinheit Cobra soll für Personenschutz zur Verfügung stehen.
Seit Dienstag sind auch die beiden für das G-7-Treffen eingerichteten „Checkpoints“ nach Moos bei Leutasch und Baierbach bei Telfs in Betrieb. Die Zufahrtsstraße zum Interalpenhotel ist vom Platzverbot betroffen und damit de facto komplett gesperrt.
Das vom Bundesheer überwachte „Flugbeschränkungsgebiet“ umfasst 50 Kilometern rund um das Tagungshotel und betrifft Leichtflugzeuge, Paragleiter oder Drohnen. Wer von beliebten Paragleiter- oder Drachenflugstartplätzen etwa im Stubaital, bei der Hinterhornalm oder auch auf der Hohen Munde, seinem Hobby nachgehen will, kann das erst ab kommenden Montag wieder. „50 Kilometer“ bedeutet in Tirol den Einschluss nahezu des gesamten Außerfern, im Westen bis nach Landeck, im Osten bis Kramsach. Im Norden und Süden werden die „50 Kilometer“ von der jeweiligen Staatsgrenze unterbrochen.
Die Teilnehmer setzen sich zusammen aus politischen Entscheidungsträgern und Experten aus der Industrie, Finanzen, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aus 22 Ländern. Die Teilnehmerliste ist unter www.bilderbergmeetings.org einsehbar. Die Konferenz versteht sich als ein Forum für den „informellen Austausch zu Themen von globaler Relevanz“.
Die Polizei kann für die Veranstaltung nach eigenen Angaben bis zu 2.100 Beamte aus ganz Österreich mobilisieren. Im nahen Mittenwald in Bayern stehen weitere 300 deutsche Polizeibeamte bereit, die „im Fall des Falles“ die österreichischen Kollegen unterstützen könnten.
Die Gegner der Veranstaltung mobilisieren zu einem großen Protestmarsch am Nachmittag des kommenden Samstag vom Rathausplatz in Telfs durch den Ort. Erwartet werden etwa 1.000 Teilnehmer. Auf einem Parkplatz auf dem Weg zum Hotel findet ab Freitag eine „Dauerkundgebung“ mit bis zu 150 Demonstranten statt. Kritisiert wurde unter anderem die Nichtöffentlichkeit der Veranstaltung und die hohen Kosten der öffentlichen Hand für Sicherheitsmaßnahmen.