Unwetter in Tirol

Solidarität nach der Katastrophe: Polizisten und Asylwerber helfen mit

135 PolizistInnen packen an allen Ecken und Enden an ihrem freien Tag in See mit an.
© Land Tirol/Kössler

In See bekamen am Mittwoch die Bewohner Extra-Hilfe: 135 Polizisten aus Oberösterreich griffen an ihrem freien Tag zu Schaufeln und Pickeln und räumten Schutt aus dem verwüsteten Ort. Auch Flüchtlinge wollen sich an den Hilfseinsätzen im Sellrain- und Paznauntal beteiligen.

See, Sellrain – Eigentlich hätten die 135 Polizisten zwischen ihren Einsätzen beim G7-Gipfel und dem Bilderberg-Treffen am Mittwoch frei gehabt. Doch die Beamten aus Oberösterreich haben sich entschieden, den Tag in See zu verbringen und bei den Aufräumarbeiten mit anzupacken. „Wir haben dieses Hilfsangebot gerne angenommen und ich möchte diesen Polizeieinheiten ein herzliches ‚Vergelt‘s Gott‘ für dieses Engagement sagen“, ließ Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler in einer Aussendung wissen. Pickeln, Schaufeln, Arbeitshandschuhe und alles, was sie sonst noch an Ausrüstung brauchen, bekamen die Polizisten aus dem Katastrophenlager des Landes in Landeck. Von dort starteten sie mit ihren 20 Kleinbussen ins Paznaun. Seit Mittag schaufeln sie nun Seite an Seite mit den vielen Freiwilligen und den 116 Soldaten.

Auch in Sellrain laufen die Aufräumarbeiten weiter auf Hochtouren. 162 Mann des Bundesheers sind hier im Einsatz. Zusätzlich befinden sich 26 Soldaten im Wattental, wo sie als Lotsen eingesetzt sind. In beiden Gemeinden laufen die Arbeiten planmäßig, erklärte ein Heeressprecher. Die Kooperation mit den Einsatzkräften und der Bevölkerung vor Ort sei vorbildlich. Zusätzliche Kräfte brauche es im Moment nicht. Es könnten aber jederzeit weitere Männer beordert werden. Anfang nächster Woche sollen die derzeitigen Soldaten durch frische Kräfte ersetzt werden. Das Heer plant mit einem Hilfseinsatz von zwei bis vier Wochen.

50 Flüchtlinge helfen mit

Demnächst wollen auch 50 Flüchtlinge in Sellrain und See helfen. Sie hätten sich spontan gemeldet, teilte das Land Tirol am Mittwochnachmittag mit. „Ich freue mich über diese gelebte Solidarität und möchte hier meiner großen Wertschätzung Ausdruck verleihen“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter. Sie können in einer zweiten Phase vor Ort helfen, sobald die gefährlichen Arbeiten von Profis erledigt wurden. „Nach der Beseitigung der ärgsten Überflutungs- und Vermurungsschäden ist die Arbeit aber lange noch nicht erledigt – von der Beseitigung von Flurschäden bis zu diversen Reinigungsarbeiten“, betonte der Landeshauptmann.

Auch Soziallandesrätin Christine Baur (Grüne) zeigte sich laut Aussendung beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und vom Mitgefühl der Asylwerber. „Für den Einsatz der Flüchtlinge sind alle organisatorischen Voraussetzungen getroffen worden, sodass es nur noch das ‚OK‘ der Einsatzleiter vor Ort bedarf, um die Freiwilligen schicken zu können“, so Baur.

Ersatzbrücke über Melach spätestens ab Freitag befahrbar

Die Sellraintalstraße (L13), die teilweise unterspült bzw. weggerissen worden war, blieb zwischen Kematen und Sellrain in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Sellrain ist vorerst nur über Ötz/Kühtai erreichbar. Die Ersatzbrücke über die Melach auf der Oberperfer Straße soll spätestens ab Freitag befahrbar sein, sagte Landesbaudirektor Robert Müller. Techniker des Landes versuchen derzeit in die Schluchtenstrecke von Kematen und Sellrain vorzudringen, um die Detailschäden einschätzen zu können.

Das Wetter ist den Helfern derzeit gut gesonnen: In den kommenden Tagen wird es den Vorhersagen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) warm bis heiß. Gleichzeitig nimmt die Schauerneigung ab. Heftige Niederschläge sind jedoch weiter möglich. Für Montag und Dienstag prognostizierten die Meteorologen den Beginn von Schauern verbunden mit einem Temperaturrückgang. Die Regenmengen seien aber noch nicht abschätzbar.

Spendenkonten:

SPENDENKONTO für See (Raiba Paznaun): IBAN: AT89 3624 8000 0042 5090

SPENDENKONTO für Sellrain „Hochwasser Sellrain 2015“: IBAN: AT44 3626 0000 0070 1805 BIC: RZTIAT22260

SPENDENKONTO des Landes, Kennwort „Land Tirol - Unwetterkatastrophe“ (Hypo Tirol Bank): IBAN: AT18 5700 0000 0020 0000 BIC: HYPTAT22

SPENDENKONTO Caritas Tirol, Kennwort „Unwetter Katastrophe Tirol“ (Raiffeisen Landesbank Tirol): IBAN: AT52 3600 0006 0067 0950 BIC: RZTIAT22

SPENDENKONTO Tiroler Schützen (Hypo Tirol Bank): IBAN: AT86 5700 0210 1114 4900 BIC: HYPTAT22

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