Matura: Keine weiteren Schummel-Fälle bekannt
Wien (APA) - Bei der Zentralmatura dürfte es abseits von den nun bekannt gewordenen Schummel-Fällen in zwei Wiener Schulen und der Manipulat...
Wien (APA) - Bei der Zentralmatura dürfte es abseits von den nun bekannt gewordenen Schummel-Fällen in zwei Wiener Schulen und der Manipulation von Arbeiten durch einen Lehrer am Militärgymnasium in Wiener Neustadt (NÖ) keine weiteren Unregelmäßigkeiten bei der Zentralmatura gegeben haben. Das hieß es auf APA-Anfrage aus den Landesschulräten.
Noch kein explizites Thema waren die Schummel-Fälle bei einem Treffen der Landesschulratspräsidenten mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am gestrigen Dienstag. Über den Sommer soll aber grundsätzlich eine Evaluierung gestartet werden, „um etwaige Möglichkeiten zur Optimierung zu prüfen“, hieß es in einer Aussendung des Ministeriums am Mittwoch.
Aus dem Wiener Stadtschulrat hieß es auf APA-Anfrage, dass etwa das Einführen des Vier-Augen-Prinzips - also zwei Aufsichtslehrer - oder der Einsatz fachfremder Pädagogen ein möglicher Denkansatz sei. Diesen Punkt werde man im Zuge der Evaluierung einbringen. „Wir schauen, wie es - auch nach den Erfahrungen dieses Jahres - eine bessere Kontrolle geben kann. Eine ideale Form gibt es eh nicht.“
Der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) will bei der Evaluierung auch einen Vergleich mit der bisherigen Reifeprüfung: „Wo hat sich objektiv was verändert im Vergleich zur bisherigen Matura? Da sollte man wissenschaftliche Arbeiten vergeben und Daten aus den vergangenen Jahren analysieren“, so Enzenhofer zur APA
Extreme Schummel-Fälle wie in Wien hält Enzenhofer für schwer vermeidbar: „Irgendeinen Wahnsinnigen kann es immer geben, der sich nicht an die Regeln hält. Wichtig ist, dass man draufkommt.“ Insgesamt hätten die Präsidenten die Zentralmatura als „durchgängig positiv und gut organisiert“ empfunden. „Wir finden es auch richtig, dass das Ministerium künftig die Hoheit darüber übernimmt.“
Eine Auswertung der Bundesländer-Zentralmatura-Ergebnisse vor und nach den Kompensationsprüfungen zeigt übrigens, in welchen Ländern die Schüler sich die meisten Fünfer ausbesserten. Über alle Fächer gerechnet nutzten die Vorarlberger die (mündliche) Prüfung am stärksten, gefolgt von Tirolern und Salzburgern. In Oberösterreich waren die Veränderungen am geringsten, wobei dort bei der schriftlichen Prüfung aber auch die besten Ergebnisse erzielt wurden.