Neue Visitenkarte für Skigebiet in Nauders
Die Nauderer Bergbahnen investieren 9,9 Mio. Euro in die Talstation und die Stieralm. Der Zusammenschluss mit Schöneben ist langfristiges Ziel.
Von Matthias Reichle
Nauders –Die Bergbahnen Nauders schmücken sich künftig mit einem „Kristall“. Nicht mit irgendeinem x-beliebigen Edelstein freilich. Die Form ist Vorlage für die Außenhülle der neuen Bergkastel-Talstation. Insgesamt 5,6 Mio. Euro kostet der Umbau der 1973/74 „im Bauernhaus-Stil“ errichteten Anlage zu einem „modernen Seilbahncenter“. Für weitere 4,3 Mio. Euro wird die Stieralm in ein Bergrestaurant mit insgesamt 200 Sitzplätzen verwandelt. Gestern präsentierten die Seilbahner, gemeinsam mit Gemeinde und TVB, ihre Pläne für das heurige Jahr. Im Tal sind die Bagger bereits aufgefahren, am Berg soll es in den nächsten Tagen so weit sein, erläutert Geschäftsführer Heinz Pfeifer den Stand der Arbeiten, die spätestens bis zum Beginn der nächsten Wintersaison abgeschlossen sein müssen.
Herzstück der neuen Anlage ist ein Skidepot mit insgesamt 3000 Stellplätzen, von denen in der ersten Ausbauphase 1000 realisiert werden, erläutert er. Am Berg sollen zudem drei Kilometer neue Pisten entstehen, um die Zufahrt zur Stieralm zu gewährleisten.
„Es wäre nie dazu gekommen, wenn es nicht so eine gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und den Bergbahnen gäbe“, reüssiert Bürgermeister und Bergbahnen-GF Robert Mair die Investition – „wir sind auf einem guten Weg“. TVB und Gemeinde, beide Anteilseigner der Bergbahnen, beteiligen sich mit je 300.000 Euro an dem Projekt. Insgesamt entstehen 40 neue Arbeitsplätze.
Talstation und Stieralm sind Teil einer Qualitätsoffensive. 2012 hat der TVB die Ortstaxe um 80 Cent gehoben, 50 Cent fließen zweckgebunden in Infrastrukturinvestitionen für den Winter. Pro Jahr sind das rund 200.000 Euro, erläutern TVB-Geschäftsführer Manuel Baldauf und Obmann-Stv. Helmut Wolf.
Zukünftige Projekte sind in Überlegung, betont SeilbahnGF Manfred Wolf. Dazu gehört ein neuer Speicherteich mit Beschneiung, aber auch die Skigebietserweiterung mit neuen Pisten und Anlagen sowie die Wiederaufnahme des Kartenverbundes „Skiparadies Reschenpass“. Dieser wurde im vergangenen Jahr von Nauderer Seite aufgekündigt, läuft aber noch im Winter 15/16 weiter. „Es gab mehrere Gespräche“, so Wolf. Ein Wunsch ist, den Verbund weiterzuführen – und Nauders nicht nur mit Bussen mit Schöneben zu verbinden, sondern langfristig auch einen skitechnischen Zusammenschuss zu forcieren, betont er.
Eine Skischaukel der Kaunertaler mit dem Südtiroler Skigebiet Langtaufers wird in Nauders befürwortet. Die gesamte Region würde profitieren. Finanziell will man sich jedoch nicht beteiligen, so Mair.