Hypo-U-Ausschuss - Hendlfarm weiter Befragungsthema

Wien/Klagenfurt (APA) - Die heutige erste Auskunftsperson im Hypo-U-Ausschuss - Ex-Hypo-Wirtschaftsprüfer Erich Kandler - hat ausgesagt, das...

Wien/Klagenfurt (APA) - Die heutige erste Auskunftsperson im Hypo-U-Ausschuss - Ex-Hypo-Wirtschaftsprüfer Erich Kandler - hat ausgesagt, dass sich der Verdacht auf vermutete Kick-back-Zahlungen in der Causa der kroatischen Hendlfarm Puris an Ex-Bankchef Wolfgang Kulterer bei näherer Untersuchung nicht erhärtet habe. Ähnlich hatte zuletzt die Nationalbank, die über den Verdacht über Kandler informiert war, argumentiert.

Kulterer habe Treuhandschaften nachdem der Verdacht 2007 aufgekommen war auf konkrete Nachfragen auch abgestritten, so Kandler. Erst 2014 in einem BKA-Bericht findet sich dann der konkrete Hinweis „auf doch bestehende Treuhandschaften“ Kulterers, die man ursprünglich nicht erkennen habe können.

Das Telefonat 2007 mit dem damaligen Notenbank-Abteilungsleiter Helmut Ettl (nunmehr FMA-Vorstand) sei vom Schwerpunkt her ein etwas anderes gewesen, als bisher über den U-Ausschuss kolportiert, meinte Kandler. „Wir suchen ja nicht laufend nach Hendl-Dieben“, so der Experte. Und weil man wusste, auch die Aufsicht habe Interesse an der Hypo und prüfe diese, wollte er, Kandler, Ettl „vertrauensvoll zwischen Prüfern informieren“, weil im als Risk-Manager die Puris-Sache eben „komisch vorgekommen“ sei. Diese Einschätzung habe sich aus einem Deloitte-internen Gespräch ergeben und sei dann eben auch von Deloitte hinterfragt worden.

Einige Tage nach dem Telefonat habe es durchaus sein können, dass er mitgeteilt habe, dass die Sache nach weiteren Erhebungen durch das Prüfteam „vielleicht doch nicht so heiß ist, wie sie ursprünglich ausgeschaut hat“.

Die Hühnerfabrik Puris war Anfang der 2000er-Jahre von Kroatien privatisiert worden. Hypo-Kredite flossen, am Ende verblieb die Hühnerfarm bei der Hypo, die Kreditsummen von insgesamt mehr als 40 Mio. Euro waren allergrößtenteils verloren. Der erste Privateigentümer von Puris war der austro-kanadische Unternehmer Walter Wolf gewesen.