Anreise zur Bilderberg-Konferenz verläuft vorerst ruhig
Heute beginnt die 63. Bilderberg-Konferenz in Tirol. Rund 140 Politiker, Firmenchefs und Experten aus 22 Ländern debattieren bis 14. Juni über Wirtschaftsfragen, Terror, Griechenland und Russland.
Telfs, Innsbruck – Die Anreise zur 63. Bilderberg-Konferenz in Telfs in Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) ist am Donnerstag vorerst ruhig verlaufen. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, berichtete die Polizei. Bisher habe es weder Störungen noch spontane Kundgebungen gegeben.
Vom Flughafen hieß es, dass laufend Privatmaschinen landen und abgefertigt würden. Der Sprecher des Innsbrucker Flughafens, Patrick Dierich, sagte, über den Tag verteilt würden rund 20 Privatflugzeuge mit Gästen landen. Es gebe „keine spezielle Durchschleusung“, sondern es handle sich um ein „normales Prozedere“ bei Ankünften von Privatmaschinen. Die Teilnehmer würden - wie in diesen Fällen üblich - am Flugfeld abgeholt.
Rund 140 Politiker, Firmenchefs und Experten aus 22 Ländern wurden zu dem Treffen erwartet. Bis 14. Juni werden sie hinter verschlossenen Türen des auf einem Hochplateau gelegenen Interalpenhotels in Telfs unter anderem über Wirtschaftsfragen, Terror, Griechenland und Russland debattieren. Wegen der Geheimhaltungsregeln und dem Ausschluss der Öffentlichkeit ist das Treffen umstritten.
Tausende Polizisten im Einsatz
Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. Die Polizei zieht für die Veranstaltung bis zu 2.100 Beamte aus ganz Österreich zusammen. Im nahen Mittenwald in Bayern stehen weitere 300 deutsche Polizisten bereit, die „im Fall des Falles“ die österreichischen Kollegen unterstützen könnten. Rund um den Tagungsort gilt ein „Platzverbot“. Die Zufahrtsstraße wurde gesperrt, eine Flugverbotszone eingerichtet. Zur Luftraumsicherung kommen bis zu 25 Flächenflugzeuge und Hubschrauber des Bundesheeres zum Einsatz.
Mehrere Demonstrationen sind angemeldet. Die Gegner der Veranstaltung mobilisieren zu einem großen Protestmarsch am Nachmittag des kommenden Samstags vom Rathausplatz in Telfs durch den Ort. Auf einem Parkplatz auf dem Weg zum Hotel findet zudem eine „Dauerkundgebung“ mit bis zu 150 Demonstranten statt.
Laut Teilnehmerlisten finden sich auch Google-Chef Eric Schmidt, Ex-EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso, Ex-CIA-Chef David Petraeus oder der ehemalige Weltbank-Chef Robert Zoellick unter den Gästen, ebenso der frühere Handelskommissar Karel de Gucht, der britische Finanzminister George Osborne, der spanische Sozialistenchef Pedro Sanchez und der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger. Die Teilnehmerliste ist unter www.bilderbergmeetings.org einsehbar. (APA/TT.com)