Erfolg der Aufbackstationen in Supermärkten setzt Bäcker unter Druck

Wien/Sattledt/Salzburg (APA) - Des einen Freud, des anderen Leid: Der Erfolg der Aufbackstationen in den heimischen Supermärkten bringt die ...

Wien/Sattledt/Salzburg (APA) - Des einen Freud, des anderen Leid: Der Erfolg der Aufbackstationen in den heimischen Supermärkten bringt die Bäckereien immer mehr unter Druck. Jüngstes Opfer: Die oberösterreichische Ring Bäckerei. Die Supermarktketten Hofer, Spar und der Rewe-Konzern mit seinen Marken Billa, Merkur und Penny hingegen freuen sich über das gute Geschäft mit den Backstationen.

„Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Rewe-Pressesprecherin Katharina Krovat auf APA-Anfrage. Rewe arbeite mit rund 200 österreichischen Bäckereien zusammen, die neben tagesfrischem Brot und Gebäck auch diverse tiefgekühlte Produkte liefern. Etwa 75 Prozent des Aufbacksortiments seien sogenannte „Teiglinge“, erklärte Krovat. Alle 1.050 Billa-Filialen und 130 Merkur-Märkte sowie die 300 Penny-Geschäfte sind mit einer Aufbackstation ausgestattet. „Auch jeder neue Standort wird mit einem Backshop ausgestattet“, so Krovat

Backstationen gibt es seit ungefähr einem Jahrzehnt. Parallel zu Rewe investierte auch der Konkurrent Spar in solche Brotbackgeräte. Mittlerweile gebe es die Stationen flächendeckend in allen rund 1.500 Spar-Supermärkten, sagte Konzernsprecherin Nicole Berkmann zur APA. Man sei hier sehr erfolgreich. Die Teiglinge stammten mit Ausnahme der Baguettes und der Laugenstangerl von österreichischen Lieferanten. Auch die Ring-Mutter Pan&Co sei ein Lieferant von Spar gewesen. Wie es nun weitergeht, werde sich zeigen.

Auch der Diskonter Hofer, der erst seit 2014 Brot aufbäckt, jubelt über die bisherigen Erfahrungen. „Wir liegen beim Backbox-Rollout weit über unseren eigenen Erwartungen. Hieß es vor rund eineinhalb Jahren noch, dass der flächendeckende Ausbau spätestens 2017 abgeschlossen sein wird, so ist nun fix, dass bereits bis Ende des laufenden Jahres Filialen ohne unser Brot- und Backwarensystem die absolute Ausnahme darstellen“, so eine Sprecherin. Mit 11. Juni 2015 seien schon 313 der insgesamt rund 450 Filialen mit einer „Backbox“ ausgestattet.

Konkrete Umsatzzahlen nannten weder Spar, Rewe noch Hofer. Die Handelsketten betonten, dass Kunden das Angebot sehr gerne annähmen. „Es verlässt kaum jemand das Geschäft, ohne sich eine ofenfrische und duftende Kleinigkeit mitzunehmen“, heißt es von Hofer. Spar-Sprecherin Berkmann betonte, dass man bedarfsgerecht aufbacken könne. Damit bekämpfe man auch die Verschwendung von Lebensmitteln. Bei Rewe verwies man auf die Vorteile für die Kunden: So könne man von der Früh bis am Abend laufend ofenfrische Backwaren anbieten.

Die Bäcker-Innung warnt schon seit längerem vor der neuen Konkurrenz, zuletzt beim Start der Backboxen von Hofer. Nun fühlt man sich bestätigt: „Die 1.000 Arbeitsplätze, die Hofer damit schafft, kosten uns 3.000 Stellen - knapp 500 davon sind mit der Ring Bäckerei schon weg“, sagte Innungsmeister Josef Schrott zur APA. Wie es mit Ring und den insolventen Schwesterfirmen weitergeht, ist vorerst noch unklar, das Schicksal liegt jetzt in den Händen zweier Masseverwalter. Die Firmengruppe wird entweder geschlossen, verkauft oder zerschlagen.

~ WEB http://www.hofer.at

http://www.spar.at

http://www.rewe-group.at ~ APA387 2015-06-11/14:34