IndustrieGruppe Pflanzenschutz: Neonicotinoide schaden Bienen nicht
Wien (APA) - Nach der Veröffentlichung einer Global 2000-Untersuchung, übte Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (I...
Wien (APA) - Nach der Veröffentlichung einer Global 2000-Untersuchung, übte Christian Stockmar, Obmann der IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP), am Donnerstag in einer Aussendung Kritik an dieser. Laut dieser Studie soll sich ein als „bienenfreundlich“ eingestuftes Pestizid in Kombination mit anderen Spritzmitteln als ebenso bienenschädlich erwiesen haben, wie die EU-weit verbotenen Neonicotinoide.
Stockmar orte „einen akuten Argumentemangel und die Verdrehung der Fakten bei Global 2000“. Er erkenne logische Mängel in der Argumentation von Helmut Burtscher, Umweltchemiker der Organisation. „Folgt man den Argumenten, dann müssten die Bienenverluste in Regionen mit intensivem Ackerbau größer sein, als in den Bergregionen und Städten. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Steiermark hat erneut die geringsten Verluste zu verzeichnen. Auch Niederösterreich und Oberösterreich liegen allesamt unter dem Durchschnitt. Die Großstadt Wien hingegen ist mit den österreichweit höchsten Verlusten von über 50 Prozent Schlusslicht.“ Das zeigten die Ergebnisse von „Zukunft Biene“, einem Forschungsprojekt der Karl-Franzens-Universität Graz, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Wegener Center für Klima und Globalen Wandel.
Die IGP zweifle zudem an der Wissenschaftlichkeit der Angaben von Global 2000. „Wir fordern Herrn Burtscher auf, auch die Details und die Methodik zu veröffentlichen, um die Ergebnisse ganzheitlich bewerten zu können“, verlangte IGP-Obmann Stockmar. Die kritisierten Neonocotinoide sind für die Interessensgemeinschaft nicht die Ursache für die Bienenvölkerverluste, man verwies auf die Schäden aufgrund der Varroa-Milbe. „Das Verbot von Neonicotinoiden ist falsch und schießt am Ziel vorbei“, hieß es in der Aussendung. Zudem würde die heimische Landwirtschaft dadurch an ihre „wirtschaftlichen und existenziellen Grenzen gelangen und eine Gefährdung der Ernährungssicherheit drohen“.