Golf: Verkehrte Welt - Amateur Straka hält in Atzenbrugg Fahnen hoch

Atzenbrugg (APA) - Am ersten Tag der Lyoness Open ist die österreichische Golfwelt auf den Kopf gestellt worden. Während sich Superstar Bern...

Atzenbrugg (APA) - Am ersten Tag der Lyoness Open ist die österreichische Golfwelt auf den Kopf gestellt worden. Während sich Superstar Bernd Wiesberger nach seiner 79er-Runde als schlechtester Heimischer ganz am Ende des Feldes wiederfand, hielt mit Sepp Straka ein in den USA lebender, 22-jähriger Amateur die rot-weiß-rote Fahne hoch. Straka hat vor, später auf der PGA-Tour anzutreten.

„Bis auf die beiden Dreiputts habe ich sehr solide gespielt“, sagte Straka nach seiner 70er-Runde am Donnerstag auf dem Diamond Course des GCC, die ihn vor den Nachmittag-Flights sogar in die Top-15 dieses Europa-Tour-Events brachte. „Es ist einfach super, bester Österreicher zu sein.“

Aufgewachsen ist Josef „Sepp“ Leonhard Straka zusammen mit seinem um zwei Minuten älteren Zwillingsbruder Sam in Wien und im Fontana GC. Als Sepp 14 war, zog die Familie - Mutter Mary ist eine ehemalige Pro-Shop-Managerin aus South Georgia - in die USA, wo Sepp an der University of Georgia dann auch studierte. Den „Bachelor“ in Business Management hat er bereits, jetzt folgt der „Master“ im Sport Management.

In der NCAA trifft man auch die Mannschaft des in Vanderbilt studierenden Landsmannes Matthias Schwab. Straka ist aber schon „Red Shirt Senior“. „Sophomore“ Schwab hatte auf seinen geplant gewesenen Atzenbrugg-Start zugunsten des Palmer-Cups (Ryder Cup für Studenten) verzichtet.

Beim Finale der Uni-Meisterschaft hat sich Straka („Ein Riesen-Turnier mit vielen Zuschauern und TV-Übertragung“) kürzlich auch das Selbstvertrauen geholt, das ihn am Donnerstag in Atzenbrugg über eine solide Runde trug. Im April war er zusammen mit Bruder Sam, der seine Golfkarriere mittlerweile beendet hat, noch begeisterter Zuschauer beim Masters in Augusta gewesen.

Bei den Lyoness Open war er nun sieben Schläge besser als Idol Wiesberger. „Bernd hatte einen schwarzen Tag. Aber es ist geil, im selben Feld wie er zu spielen und ihn auch noch geschlagen zu haben“, freute sich Straka.

Im Gegensatz zu vielen anderen Meinungen ist Doppel-Staatsbürger Straka mit dem Modell, in den USA zu studieren und Golf zu spielen, hoch zufrieden. „Es ist perfekt. Wo sonst kann auf den besten Plätzen Amerikas und gegen die Besten der Welt spielen? Das macht mein Golf besser“, erklärte er. Der mittelfristige Plan lautet: „Studium im kommenden Jahr abschließen, dann Profi werden und auf die Tour-School. Mein Ziel ist, auf die PGA-Tour zu kommen.“

Zunächst galt es aber, bei den heimischen Open den Platz an der Sonne zu verteidigen. „Man muss hier vom Tee sehr gerade sein“, weiß der Longhitter, der aber an sich das Putten zu seinen Stärken zählt. Strakas Ziel für die Lyoness Open ist unbescheiden. „Top-Ten wäre richtig cool!“

Gespielt wird in Golfschuhen mit dem Logo der „Bulldogs“. Er sei im Inneren halb Österreicher, halb Amerikaner, betonte Straka. Die Frage, ob er Ryder Cup für Europa oder die USA spielen würde, beantwortet er lachend so: „Für den, der mich zuerst fragt.“