Ägyptischer Polizist wegen Tötung einer Demonstrantin verurteilt

Kairo (APA/AFP) - Ein ägyptischer Polizist ist wegen der Tötung einer Demonstrantin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Kair...

Kairo (APA/AFP) - Ein ägyptischer Polizist ist wegen der Tötung einer Demonstrantin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Kairo sprach ihn schuldig, die 34-Jährige im Jänner bei friedlichen Protesten tödlich verletzt zu haben, wie ein Justizsprecher am Donnerstag sagte. Der Verurteilte könne dagegen in Berufung gehen.

Die sozialistische Aktivistin Shaima al-Sabagh war bei einer Kundgebung zum vierten Jahrestag des Volksaufstands gegen Präsident Hosni Mubarak von einer Schrotkugel im Rücken getroffen worden. Säkulare und liberale Gruppen wollten damals an die Opfer des Aufstands im Jänner 2011 auf dem Kairoer Tahrir-Platz erinnern. Sicherheitskräfte trieben die Demonstranten auseinander. Der Tod al-Sabaghs, Mutter eines kleinen Sohnes, sorgte in Ägypten und weltweit für Empörung.

Der Aufstand gegen Mubarak führte im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Staatschefs. Das nordafrikanische Land kommt seitdem nicht zur Ruhe. Der Mitte 2012 erste frei gewählte Präsident Ägyptens, der Islamist Mohammed Mursi, wurde nach einem Jahr im Amt vom Militär gestürzt, das daraufhin die Macht übernahm.

Die amtierende Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi geht mit großer Härte gegen jede Form des Protests vor. Mehr als 1.400 Islamisten wurden von den Sicherheitskräften getötet. Nach Angaben von Menschenrechtlern landeten außerdem 40.000 Gegner der Regierung, unter ihnen auch säkulare und linke Demonstranten, im Gefängnis.