Vier zurückgelassene Kinder nahmen sich in China das Leben
Peking (APA/AFP) - In China haben sich vier Geschwister, die über Monate von ihren Eltern allein gelassen worden waren, das Leben genommen. ...
Peking (APA/AFP) - In China haben sich vier Geschwister, die über Monate von ihren Eltern allein gelassen worden waren, das Leben genommen. Der 13-Jährige und seine drei jüngeren Schwestern von einem Dorfbewohner in ihrem Haus nahe der Stadt Bijie in der Provinz Guihou mit starken Schmerzen gefunden worden, nachdem sie Pflanzengift getrunken hätten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.
Die Kinder seien kurz darauf gestorben. Die Polizei gehe von Suizid aus. Dem Agenturbericht zufolge hatte die Mutter die Familie im März 2014 verlassen, nachdem sie von ihrem Mann geschlagen worden war. Der Vater, der auch die Kinder wiederholt misshandelt hatte, sei wiederum im März zum Arbeiten fortgegangen und habe seitdem nur noch gelegentlich Geld überwiesen, berichtete Xinhua unter Berufung auf einen Verwandten und den Vorsitzenden der Kommunistischen Partei in dem Dorf. Demnach hatte der Bub bereits einmal versucht, sich das Leben zu nehmen und war 2012 tagelang von zu Hause fortgelaufen.
In China lassen zahllose Eltern ihre Kinder zurück, um in den Städten oder anderen Provinzen Geld zu verdienen. Zumeist bleiben die Kinder in der Obhut der Großeltern auf dem Dorf, da es schwierig und oft teuer ist, für sie in den Städten Plätze in Schulen und Kindergärten zu finden. Das Schicksal der „zurückgelassenen Kinder“ sorgt in China immer wieder für Schlagzeilen. So waren im November 2012 in Bijie fünf Buben in einem Müllcontainer gestorben, in dem sie Zuflucht vor der nächtlichen Kälte gesucht hatten.