Gleichheitsparade in Polen - Warten auf Partnerschaftsgesetz
Warschau (APA/dpa) - Mit der alljährlichen „Parada Rownosci“ (Gleichheitsparade) demonstrieren am Samstag in Warschau tausende Schwule und L...
Warschau (APA/dpa) - Mit der alljährlichen „Parada Rownosci“ (Gleichheitsparade) demonstrieren am Samstag in Warschau tausende Schwule und Lesben für mehr Rechte homosexueller Menschen in Polen. Wenige Wochen nach dem irischen Referendum über gleichgeschlechtliche Ehen ist auf dem Marsch unter dem Motto „Gleiche Rechte - gemeinsame Sache“ das Recht auf Ehe und Lebenspartnerschaft eine der Grundforderungen.
Daneben geht es auch um die Lage anderer Minderheiten und den Kampf gegen Homophobie, Rassismus und Fremdenhass. Die Organisatoren hoffen auf bis zu 20.000 Teilnehmer. Die „Parada Rownosci“ ist die älteste und größte Demonstration Homosexueller in Polen. Während die Organisatoren früher vor Gericht um ihr Demonstrationsrecht kämpfen mussten und Rechtsextremisten während und nach der Demonstration Jagd auf Schwule machten, fahren mittlerweile auch einige polnische Politiker auf den Festwagen mit.
Im polnischen Parlament gibt es seit vier Jahren eine transsexuelle Abgeordnete, seit dem vergangenen November ist der Linkspolitiker Robert Biedron der erste offen schwule Bürgermeister Polens. Seine Kandidatur bewog im vergangenen Jahr dutzende anderer Kandidaten, sich ebenfalls zu outen.
Mehrere Vorstöße zu einem Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften - die rechtlich deutlich unter einer Ehe rangieren würden - scheiterten in den vergangenen Jahren im Parlament. Zuletzt wurde eine Gesetzesinitiative der Linkspartei SLD nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt. Widerstand gegen gleichgeschlechtliche Ehen gibt es nicht nur in der einflussreichen katholischen Kirche, sondern auch von konservativen Parteien und großen Teilen der Bevölkerung.