Tirol

Murenabgänge: Hilfe per Drohne für das Sellraintal

Das Sellraintal nach den Murenabgängen von Sonntagnacht.
© ZEITUNGSFOTO.AT

Nach den verheerenden Murenabgängen im Sellraintal musste rasch ermittelt werden, wie groß der entstandene Schaden überhaupt ist. Wissenschafter schickten eine Drohne, die mit präzisen Luftaufnahmen das Gelände unter die Lupe nahm.

Von Matthias Sauermann

Innsbruck — Am Montag standen die Einsatzkräfte im Sellraintal vor einem Trümmerhaufen. Massen an Schlamm und Geröll hatten sich in der Nacht mitten durch Sellrain gegraben. Nach dem ersten Schock musste ermittelt werden, wie viel Schaden die Mure angerichtet hatte. Das Bundesforschungszentrum für Wald schickte bereits am Dienstag im Auftrag der Wildbach- und Lawinenverbauung eine Drohne, die das Tal überflog. Ein Beispiel dafür, was moderne Technik und Wissenschaft leisten können.

„Ein Drohnenflug dauert 20 Minuten, auf dem 350 Einzelbilder geschossen werden. Diese Einzelbilder werden zu einem Gesamtbild zusammengefügt“, erklärt Drohnenexperte Marc Adams vom Institut für Naturgefahren. Die Aufnahmen der Drohne der Firma Austro Drones sind dabei so präzise, dass ein zwei Zentimeter kleines Objekt, das am Boden liegt, erkannt wird — etwa eine Euromünze.

Vergleich mit Laserdatenflug ermittelt den Schaden

Die Spezialisten verglichen diese Daten anschließend mit Geländeinformationen, die vom Land Tirol erst im Vorjahr ermittelt wurden. Dank Laserdatenflügen stehen präzise Informationen bereit, wie das Gelände noch vor den Murenabgängen beschaffen war. Dabei wird das Gelände mit einem Flugzeug überflogen, auf dessen Unterseite ein Lasergerät montiert ist. „Dieses Gerät sendet in regelmäßigen Abständen Laserstrahlen aus. So wird die Geländestruktur erhoben“, erklärt Adams. Daraus entsteht ein präzises Modell der Umgebung.

Diese Daten wurden nach der Unwetterkatastrophe mit den aktuellen Drohnenbildern verglichen. So stellen die Wissenschafter fest, wie sich das Gelände veränderte: wie viel Material sich verschoben hat, wie hoch der Schlamm liegt, wo Gelände abgerutscht ist. Diese Ergebnisse unterstützen die Einsatzkräfte in einem Krisenfall wie diesem — und erleichtern zukünftige Planungen für Schutzmaßnahmen.

Die Einzelbilder der Drohne (siehe Ausschnitt) werden zu einem Gesamtbild zusammengefügt.
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