Europas Leitbörsen zu Mittag mehrheitlich schwächer

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag zu Mittag mehrheitlich leichter tendiert. Der 50 führende U...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag zu Mittag mehrheitlich leichter tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor leicht um 0,05 Prozent auf 3.550,10 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte kurz nach 12.00 Uhr mit 11.331,14 Punkten und einem Mini-Minus von 0,01 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel 0,35 Prozent auf 6.822,64 Stellen.

Die griechische Schuldenkrise prägt weiterhin die Entwicklung an den europäischen Aktienmärkten. Nach schwächerem Verlauf konnten zahlreiche Indizes ihre Abschläge zu Mittag deutlich eingrenzen, bzw. drehten sogar leicht ins Plus. Händler verwiesen einstimmig auf Aussagen von Martin Jäger, Sprecher von Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) aus Sicht Deutschlands seine Verhandlungen mit Griechenland gar nicht abgebrochen habe.

Zuvor hatten die Irritationen rund um Griechenland die Aktienmärkte belastet. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung bereitet sich Berlin auf eine Staatspleite Athens vor. Unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen berichtete die Zeitung, es gebe konkrete Beratungen, was im Falle einer Pleite zu tun sei. Danach sei unter anderem im Gespräch, Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen.

Ende Juni droht Griechenland die Staatspleite, wenn bis dahin keine Übereinkunft über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erzielt wird. Um das zu vermeiden, wird nach Angaben von EU-Diplomaten über eine Verlängerung des Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramms um drei Monate diskutiert.

Die schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone im April lieferten laut Börsianern keine größeren Überraschungen und daher auch kaum Impulse. Die Produktion sei um 0,1 Prozent zum Vormonat geklettert, teilte das europäische Statistikamt Eurostat mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gerechnet. Zudem ist die Herstellung im März mit 0,4 Prozent stärker geschrumpft als zunächst ermittelt (minus 0,3 Prozent).

Unter den einzelnen Branchen war die der Chemieunternehmen europaweit am schwächsten, während die Telekombranche mit einem kleinen Plus der Favorit unter den Anlegern war.

In Frankfurt entwickelten sich Autowerte freundlich. Während die Aktien von Daimler mit plus 1,04 Prozent von einem positiv aufgenommenen Kapitalmarkttag profitierten, verbesserten sich die Anteilsscheine von BMW nur leicht um 0,30 Prozent. Die Münchener bleiben beim Absatzwachstum in diesem Jahr weiter deutlich hinter dem Erzrivalen Mercedes-Benz zurück.

Unternehmensnachrichten waren sonst rar. In der Schweiz stellte der Pharmakonzern Novartis zum Jahreskongress der Dermatologen in Vancouver neue Daten zum Medikament Xolair vor. Die Aktien reagierten mit nur wenig mit einem Abschlag von 0,05 Prozent.

In Paris richtete sich die Aufmerksamkeit unter anderem auf das Industrieunternehmen Alstom, dessen Aktien geringfügig um 0,09 Prozent zulegten. Die Schweizer Großbank UBS rechnet im Falle einer Übernahme des Energiegeschäfts durch den US-Konkurrenten General Electric (GE) nicht mit wettbewerbsrechtlichen Problemen und auch Goldman Sachs geht davon aus, dass GE das Energiegeschäft wird übernehmen können.

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