Bergsportunfälle - Tipps für das richtige Verhalten

Mayrhofen (APA) - Wer sich im alpinen Gelände bewegt, sollte besonders auf die Planung der Routen achten und ausreichende Information über d...

Mayrhofen (APA) - Wer sich im alpinen Gelände bewegt, sollte besonders auf die Planung der Routen achten und ausreichende Information über die Beschaffenheit und den Schwierigkeitsgrad der Wege einholen. Dabei sollte auch immer Reserven für ein Problem eingeplant werden - beispielsweise leichte Verletzung, Umweg, Unterbrechung wegen Gewitter, rät das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Bei dichtem Nebel oder Regen kann man im alpinen Gelände leicht die Orientierung verlieren - daher sind Kenntnisse im Kartenlesen und die Verwendung von Kompass oder eines GPS-Systems von großem Nutzen. Am besten eignen sich immer Karten des Alpenvereins, rät Extrembergsteiger Peter Habeler. Denn das „GPS sagt nichts über die Schwierigkeit aus“.

In den Rucksack gehören immer ein Regenschutz und ein Pullover. Habeler hat beispielsweise auch immer einen Biwaksack mit, der nur wenige Gramm wiegt. Dieser ermöglicht auch bei schlechten Wetterbedingungen ein Übernachten mit geringem Wärmeverlust. Ebenfalls Teil der Ausrüstung soll ein Erste-Hilfe-Paket sein. Denn „bereits eine harmlose Verletzung kann sonst zum Verhängnis werden“, sagt Habeler. Ebenso wichtig ist ein geladenes Mobiltelefon, um im Ernstfall Hilfe anzufordern (Euro-Notruf: 112, Alpin-Notruf: 140).

„Die beste Ausrüstung ist allerdings nutzlos, wenn sich der Mensch unbedacht in Gefahr begibt. Selbstüberschätzung wird hierbei immer mehr zum Thema“, meint der Tiroler Extremsportler.

KFV- Sicherheitstipps:

Richtige Selbsteinschätzung: Prüfe vor jeder Bergtour die persönliche Verfassung und dein spezifisches Können. Schätze die eigenen Kräfte und die der Begleiter - insbesondere jene der Kinder - richtig ein. Danach richtet sich die Länge/Schwierigkeit der Tour.

Richtige Tourenplanung: Alle möglichen Informationen aus Karten, Tourenführer, Tourenberichten im Internet, Wetterinformationen usw. über die geplante Tour einholen. Bleibe grundsätzlich auf dem geplanten Weg.

Richtige Ausrüstung: Die erforderliche Ausrüstung sorgfältig nach Jahreszeit, Dauer, Art und Schwierigkeit der Tour zusammenstellen.

Richtiges Tempo: Passe das Tempo deiner Kondition und der deiner Partner an. Das Tempo orientiert sich stets am schwächsten Mitglied einer Gruppe. Die Gruppe nicht teilen oder verlassen. Zu schnelles Gehen führt zu frühzeitiger Ermüdung und Überforderung und in weiterer Folge zu Erschöpfung.

Richtige Verpflegung: Ausreichend Getränke und energiereiche Nahrung mitnehmen. Regelmäßig Verpflegungspausen einlegen und vor allem ausreichend trinken.

Richtige Wettereinschätzung: Frühzeitig, schon bei der Tourenplanung, Wetterinformationen einholen. Beobachte die Wetterlage bereits vor dem Beginn der Tour. Anpassen an die Wetterentwicklung und rechtzeitiges Umkehren bzw. Schutz suchen vor einem Wettersturz ist ein Zeichen von Stärke und Umsicht.

Richtige Reaktion bei Notfällen: Im Notfall den Bergrettungsnotruf 140 (Vorarlberg: 144) wählen. Unfallgeschehen und Ort möglichst genau schildern (wer, was, wo, wie viele, wann?). Ruhe bewahren, den Anweisungen folgen und am Unfallort warten, bis Hilfe eintrifft. Sparsam telefonieren, damit der Akku lange reicht. Einen Verletzten grundsätzlich nicht allein lassen.