Premier Bosniens wirft der Schweiz falsche Vorgangsweise vor
Sarajevo/Bern (APA) - Die Schweizer Behörden haben laut dem bosnischen Premier Denis Zvizdic einen Fehler begangen, als sie am Mittwoch an e...
Sarajevo/Bern (APA) - Die Schweizer Behörden haben laut dem bosnischen Premier Denis Zvizdic einen Fehler begangen, als sie am Mittwoch an einem Grenzübergang den einstigen Kriegskommandanten der früheren muslimischen Enklave Srebrenica, Naser Oric, festgenommen hätten. Orics Name sei von der Interpol-Fahndungsliste gestrichen worden, so Zvizdic am Freitag in Sarajevo. Er kündigte eine Protestnote an die Schweiz an.
Die Festnahme von Oric am Mittwoch war auf Basis eines von Serbien im Vorjahr ausgestellten Haftbefehls erfolgt. Der 48-jährige Oric steht unter dem Verdacht, im Juli 1992 zusammen mit weiteren vier Personen Kriegsverbrechen an der serbischen Zivilbevölkerung in der ostbosnischen Ortschaft Zalazje unweit von Srebrenica begangen zu haben.
Die bosnischen Justizbehörden zeigten sich unterdessen über die Vorwürfe überrascht, von Serbien hätten sie keine Information darüber erhalten, hieß es.
Zvizdic forderte Serbien am Freitag auf, die Bestimmungen einer bilateralen Vereinbarung aus dem Jahre 2013 einzuhalten, die vorsieht, dass die Verfahren in der Heimat des Verdächtigten geführt werden. Im Fall von Oric wäre dies Bosnien und nicht Serbien.
Auf Basis eines serbischen Haftbefehls war im März 2011 in Wien auch der bosnische Ex-General Jovan Divjak vorübergehend festgenommen. Ein Jahr zuvor hatte dasselbe Schicksal auf dem Londoner Flughafen auch das einstige Mitglied des bosnischen Kriegspräsidiums Ejup Ganic ereilt.