Kulturpolitik

Fusions-Flucht nach vorn

© Thomas Böhm / TT

Jetzt macht auch der Landestheater-Betriebsrat gegen die Festwochen-Eingliederung mobil.

Innsbruck –Seit ein externes Beraterteam eine vollständige Eingliederung der Innsbrucker Festwochen ins Tiroler Landestheater (TLT) vorgeschlagen hat, rauchen bei allen Beteiligten die Köpfe. Und zwar mehrheitlich vom Bestreben angefacht, diese vorgeschlagene Fusion zu verhindern. Jetzt mischt sich auch die Landestheater-Belegschaft in die Debatte ein: „Aufgrund fehlender Vorschläge von Seiten der politisch Verantwortlichen und eines sehr oberflächlichen ExpertInnenberichts liegt die Vermutung nahe, dass Ideen für ein sinnvolles Modell für die Zusammenarbeit zwischen Landestheater und Festwochen fehlen. Daher haben wir uns entschlossen zu handeln und einen Vorschlag zu erarbeiten“, hieß es am Freitag in einer Aussendung des Landestheater-Betriebsrats. Er will dem Aufsichtsrat am kommenden Dienstag ein Modell vorstellen, das die künftige Zusammenarbeit mit den Festwochen skizziert.

Dass technisches Personal aus dem TLT während seiner Urlaubszeit bei den Festwochen beschäftigt wird und das aus Sicht des Aufsichtsrates zu zu hohen Gagen, ist wie berichtet zu einem der zentralen Fusionsargumente geworden. Für das Jahr 2015 hätten eigentlich neue Verträge verhandelt werden sollen. Zu einer Einigung kam es nicht. Die Belegschaftsvertreter seien trotz gegenteiliger Versprechungen viel zu spät hinzugezogen worden, erklärt Betriebsratsvorsitzender Bernd Leidlmair gegenüber der TT. „Und der Vorschlag war: das halbe Geld.“

Mit der nunmehrigen Initiative wolle man der „Schmutz­kübelkampagne gegen die Mitarbeiter“ Einhalt gebieten und ein „für alle möglichst verträgliches Konzept erstellen“, sagt Leidlmair. Details will er freilich noch nicht nennen, lässt aber durchblicken, dass man auf eine Erhöhung des Personalstands pochen wird. Dadurch soll auch erreicht werden, dass das Bühnenpersonal nicht im Urlaub bei den Festwochen anheuern muss, sondern „im Dienstverhältnis mit dem TLT“ bleiben kann.

Die Forderung nach mehr Personal bleibt im Übrigen auch abseits der Fusionsdebatte aufrecht: Anfang Juli wird der TLT-Betriebsrat bei Kulturlandesrätin Beate Palfrader vorstellig, um „über die Situation am Landestheater, und zwar ganz unabhängig von den Festwochen“ zu sprechen. Diese habe man auch den mit der Prüfung einer Fusion betrauten Experten dargelegt, sagt Leidlmair. In ihren Bericht hätten sie davon aber „überhaupt nichts einfließen lassen“. (jel)

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