Griechenland - Insider: EZB hält Banken vorerst am Geldtropf
Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge griechischen Banken während der laufenden Schuldenge...
Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Insidern zufolge griechischen Banken während der laufenden Schuldengespräche den Geldhahn voraussichtlich nicht zudrehen. Zumindest bis Monatsende würden die Notfall-Kredithilfen (ELA) für die Institute weiter verlängert, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen zu Reuters.
Die Chefs der Notenbanken der Eurozone bereiteten sich allerdings auch darauf vor, diese Hilfe zurückzunehmen, sollten alle Krisenverhandlungen scheitern. Als entscheidender Wendepunkt gilt für viele ein mögliches Abrutschen Griechenlands in die Staatspleite.
„Während die Verhandlungen noch mit Aussicht auf eine Einigung andauern, wäre es verrückt, wenn die EZB ELA kappen würde“, sagte ein Insider. Die griechische Regierung ringt seit Monaten mit ihren internationalen Geldgebern um eine Freigabe von rund 7,2 Milliarden Euro aus dem Ende Juni auslaufenden Hilfsprogramm. Für die Versorgung mit frischem Geld sind die griechischen Banken in erheblichem Maße auf Notfall-Kredithilfen der Athener Notenbank angewiesen, über deren Genehmigung die EZB inzwischen wöchentlich entscheidet. Der Rahmen für diese Liquiditätsspritzen liegt mittlerweile bei 83 Milliarden Euro. Dreht die EZB diesen Geldhahn zu, würde die Kreditwirtschaft des Landes nach allgemeiner Einschätzung binnen kürzester Zeit zusammenbrechen. Die EZB darf ELA-Hilfen nur für solvente Geldhäuser genehmigen.
Ein weiterer Insider sagte, die EZB wolle die laufenden Verhandlungen nicht erschweren und auch nicht später als die Institution dastehen, die den Kollaps des Landes ausgelöst habe. Aber: „Falls Griechenland sich zahlungsunfähig erklärt, würde sich alles ändern.“ Es wäre für die EZB dann nur schwer möglich, eine Finanzierung von Banken über Sicherheiten eines zahlungsunfähigen Schuldners zu erlauben.
~ WEB http://www.ecb.int ~ APA417 2015-06-12/15:54