Deutscher Industriechef: Athen nicht um jeden Preis im Euro halten
Berlin/Athen (APA/Reuters) - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, stellt Griechenlands Verbleib im...
Berlin/Athen (APA/Reuters) - Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, stellt Griechenlands Verbleib im Euro infrage. „Die griechische Regierung verweigert sich bisher in bemerkenswertem Maße auch innovativen Ansätzen zur Erleichterung ihrer Schuldenlast“, kritisierte Grillo in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Samstag-Ausgabe).
Er warnte davor, Euromitglieder auf Biegen und Brechen in der Währungsunion zu halten. „Denn dadurch entsteht eine gefährliche Aufweichung der geltenden Regeln und des Gemeinschaftsrechts“, mahnte Grillo. „Es kann kein Verbleiben um jeden Preis geben.“ Allerdings dürfe ein Ausscheiden kein „Kainsmal“ sein. „Es muss dann freilich einen Weg geben, einem Euromitgliedsland einen ehrenvollen und würdigen freiwilligen Abschied zu ermöglichen“, forderte Grillo.
Nach den Worten der Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Claudia Buch, sind die Konsequenzen eines Ausstiegs Griechenlands nicht absehbar. Zwar seien die direkten Ansteckungsgefahren für andere Länder geringer geworden, sagte sie der „Rheinischen Post“. „Aber niemand weiß, zu welchen indirekten Effekten es kommen würde.“
Die Regierung in Athen ringt seit Monaten mit den internationalen Geldgebern um die Reformauflagen für die Freigabe weiterer Milliardenhilfen. Scheitern die Gespräche, drohen die Staatspleite und ein Ausscheiden aus dem Euro. Für diesen Samstagvormittag sind in Brüssel weitere Gespräche geplant.