Iranische Exil-Opposition warnt vor Zugeständnissen im Atomstreit

Paris/Berlin (APA) - Zwei Wochen vor dem geplanten Abschluss der Atomverhandlungen mit Teheran warnt die iranische Exil-Opposition in Paris ...

Paris/Berlin (APA) - Zwei Wochen vor dem geplanten Abschluss der Atomverhandlungen mit Teheran warnt die iranische Exil-Opposition in Paris in ihrer bisher größten Veranstaltung eindringlich davor, dem iranischen Regime zu vertrauen. Mehr als 100.000 Personen und 330 iranische Vereinigungen aus 24 Ländern sollen laut Organisatoren am Samstag an der Kundgebung gegen das Mullah-Regime teilnehmen.

Mehrere Dutzend amtierende und ehemalige Spitzenpolitiker aus Europa und den USA stünden auf der Rednerliste und unterstützten die iranische Opposition. Aus Österreich sei jedoch kein Redebeitrag vorgesehen. Auch 15 Nobelpreisträger hätten ihre Unterstützung erklärt.

Die Versammlung in den Messehallen Villepinte in Paris steht im Schatten der zäh verlaufenden Atomverhandlungen mit Teheran. Bis 30. Juni sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Geplant ist ein Abkommen über die künftige Beschränkung des iranischen Atomprogramms und die Verhinderung der atomaren Bewaffnung bei gleichzeitiger Aufhebung der Sanktionen. Nach jüngsten Medienberichten dürfte der Termin Ende Juni jedoch gefährdet sein.

Die Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), Maryam Rajavi, kritisierte im Vorfeld der Demonstration in Paris die westliche Beschwichtigungspolitik und die Konfusion im Umgang mit der jihadistischen Organisation „Islamischer Staat“ (IS) und dem Extremismus im Namen des Islam. Rajavi warnte auch eindringlich davor, dem iranischen Regime Konzessionen bei den Atomverhandlungen anzubieten. Die iranische Diktatur sei das Epizentrum des Fundamentalismus und Sponsor des Terrorismus, so Rajavi. Die Mullahs benötigten die Atombomben für ihr eigenes Überleben, warnte die Oppositionsführerin.

Gegen den islamischen Fundamentalismus und Extremismus stehe die Welt nicht ohne Antwort da, sagte die demokratisch gewählte Exil-Chefin: „Die Antwort ist ein demokratischer und toleranter Islam.“

Vor drei Monaten hatten an einer Auftaktveranstaltung der Opposition in Berlin Zehntausende Exiliraner und Sympathisanten teilgenommen. Auch in Berlin war es vor allem um die Atomverhandlungen sowie um die Rechte der Frauen im Iran gegangen.

Der Nationale Widerstandsrat wurde 1981, zwei Jahre nach der Revolution durch Ayatollah Khomeini, gegründet. Rajavi, Chefin der iranischen Exil-Opposition, fordert eine demokratische Republik auf der Grundlage der strikten Trennung von Staat und Religion, Pluralismus und die Gleichstellung von Mann und Frau.