Zehntausende beteiligten sich an Gay Pride-Parade in Rom
Rom (APA) - Zehntausende italienische Schwule, Lesben und Transvestiten haben am Samstag in Rom an einer großen Gay Pride-Parade teilgenomme...
Rom (APA) - Zehntausende italienische Schwule, Lesben und Transvestiten haben am Samstag in Rom an einer großen Gay Pride-Parade teilgenommen. Dabei demonstrierten sie für mehr Rechte und für die Verabschiedung eines Gesetzes zur rechtlichen Anerkennung homo- und heterosexueller Lebenspartnerschaften.
Unter dem Motto „Gleichberechtigung jetzt!“ zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt. Angeführt wurde der Demonstrantenzug von Roms Bürgermeister Ignazio Marino. Dieser setzt sich für die Einführung eines standesamtlichen Registers für Lebenspartnerschaften ein. Am Rande der Parade fanden Konzerte, Feste, Modeschauen sowie öffentliche Debatten über Aids und Homophobie statt. Die Gay Pride-Parade war vom Vatikan in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden.
Nach dem Sieg des „Ja“ beim Referendum zu Homo-Eheschließungen in Irland im Mai wächst im katholischen Italien die Debatte über Pläne der Regierung zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften. Ein dementsprechendes Gesetz soll im Sommer im Parlament verabschiedet werden. Dagegen wehren sich jedoch konservative Parteien und katholische Organisationen heftig.
In der Justizkommission des Senats liegt ein von Premier Matteo Renzis Demokratischer Partei (PD) vorgelegter Gesetzentwurf vor, der homosexuellen Paaren, die eine rechtlich anerkannte Lebenspartnerschaft eingehen, die Rechte und Pflichten eines heterosexuellen Ehepaares einräumt. Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden.
Die Frage der Institutionalisierung der Lebenspartnerschaften ist seit Jahren in Italien ein umstrittenes Thema. Ein Versuch der Regierung von Romano Prodi, 2007 die Lebensgemeinschaften zu regeln, hatte zu einer dramatischen Kraftprobe zwischen verschiedenen katholischen Strömungen in der Koalition geführt. Prodi hatte daraufhin auf sein Projekt verzichtet. Jetzt versucht es Renzi wieder.