Aller guten Dinge sind drei Almen

Direkt vor den Toren Innsbrucks liegt im westlichen Mittelgebirge eine schöne Mountainbike-Tour: Sie führt über drei Almen und wer will, kann zum Abschluss noch ein wenig Action einbauen.

© privat

Von Irene Rapp

Mutters –Ganz in der Früh waren wir bei dieser Mountainbike-Tour am vergangenen Wochenende nicht unterwegs. Schade. Denn auf der urigen Kreither Alm oberhalb von Mutters besteht die Möglichkeit, gut und reichlich zu frühstücken. So aber wurde aus dem Frühstück ein Mittagessen auf der Einkehr auf 1492 Metern, welche am Rande eines Kessels am Fuße der Nockspitze liegt.

Für die Rad­runde über die Kreither, Raitiser und Mutterer Alm haben wir rund 20 Kilometer zurückgelegt. Das Meiste davon auf guten Forstwegen und immer wieder mit tollen Ausblicken auf das Wipp- sowie Inntal und die Tiroler Landeshauptstadt.

So kommt man hin: Startpunkt in Mutters war die Kirche im Ortszentrum von Mutters. Zunächst auf der Straße Richtung Kreith. Auf diesem ersten asphaltierten Teilabschnitt geht es einige Male ein wenig steiler bergauf, bald jedoch kann man mit Blick auf Europabrücke bzw. Serles beim Treten zumindest schöne Ausblicke genießen.

Immer wieder beschildert ist der Pilgerweg „Quo vadis“, der als Fußweg bis nach Maria Waldrast ausgewiesen ist. Nach rund vier Kilometern und einem ziemlich steilen letzten Stich wechselt man auf den Forstweg (bis hierher vier Kilometer und 200 Höhenmeter). Dazu links der Beschilderung „Kreither Alm“ folgen, bei der nächsten Weggabelung ebenfalls links am Forstweg bleiben. Wer es sportlicher mag, kann allerdings rechts auf dem beschilderten „Kreitheralmweg 511“ die etwas anspruchsvollere Variante hinauf zur Alm wählen. Wir hielten uns aber weiter auf dem mäßig ansteigenden Forstweg, immer der Beschilderung „Kreither Alm“ folgend. Nach 4,8 Kilometern und weiteren 480 Höhenmetern zweigt vom Forstweg rechter Hand ein kleiner Steig Richtung Alm ab, nach wenigen Metern hat man die Hütte erreicht.

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Bereits die fünfte Saison ist hier Hubert Hölzl im Einsatz, ein Weerberger, der sich selbst als „Quatschkopf“ bezeichnet. Denn Hubert ratscht und scherzt gern mit den Gästen, „allerdings nur, wenn ich Zeit habe und wenn ich merke, dass die Leute das auch wollen“, erzählt der 54-Jährige. Bis zum 26. Oktober wohnt er mit seiner Ehefrau auf der Alm, was einen durchgehenden Gastbetrieb ermöglicht. Hölzl schaut allerdings auch auf rund 70 Stück Jungvieh und „ein paar Almschweine“.

Nach dem Mittagessen ging es am Wochenende weiter: Dazu hinter der Alm zunächst auf dem Forstweg hinab bis zu einer Weggabelung. Und nun rächten sich die Kaspressknödel von zuvor: denn nun links steil hinauf Richtung Raitiser Alm (Wegweiser). Auch hier ist man zum Teil im Wald unterwegs, schöne Ausblicke hat man aber immer wieder. Nach zwei Kilometern erreicht man die relativ große Raitiser Alm (1553 m), die nicht bewirtschaftet ist. Vor fünf Jahren wurde der Gastbetrieb nach einer Anzeige der Bezirkshauptmannschaft geschlossen, immer wieder wird über eine Wiedereröffnung nachgedacht. „Allerdings würde das rund eine Million Euro kosten, denn hier oben haben wir z.B. keinen Strom und keinen Kanal“, informiert Albert Tanzer, Obmann der Agrargemeinschaft Raitis.

Der Platz hier jedenfalls ist wunderschön – die Alm steht auf einer großen Lichtung, der Patscherkofel ist zum Greifen nah und ein Holzkreuz gibt es ebenfalls zu sehen. Unmittelbar hinter diesem Kreuz führt ein unscheinbarer Wiesenweg wieder in den Wald hinein (Wegweiser Mutterer Alm).

Auf diesem bleibt man, im Wald ist man auf einem kleinen Pfad unterwegs, der wieder in einen Forstweg mündet. Links halten, noch ein wenig bergauf und nach insgesamt rund 14 Kilometern hat man schließlich die Mutterer Alm mit der Bergstation der Muttereralmbahn (1608) erreicht. Ab hier geht es dann nur noch bergab: vorbei an der Mutterer Sennalm auf dem breiten Forstweg hinab zur Talstation der Bahn und auf der Straße wieder zur Kirche retour.

Aber es gibt auch Varianten: So kann man auf einem familientauglichen Singletrail – der zwar noch nicht ganz, aber so gut wie fertig gestellt ist – von der Bergstation bis zur Talstation noch einmal ein wenig Kick verspüren.

Laut Werner Millinger von der Muttereralmbahn sind aber noch zwei weitere, ein wenig anspruchsvollere Singletrails geplant: Mit Start vom Pfriemeskopf führen beide auf unterschiedlichen Strecken bis zur Talstation der Götzner Bahn. „Unser Ziel ist es, dass wir u.a. aufgrund dieses Angebotes die Götznerbahn im Juli und August 2016 in Betrieb nehmen können“, erzählt Millinger.

Infos zur Tour

Ausgangspunkt: Mutters, 830 Meter. Zu bewältigende Distanz: ca. 20 Kilometer sowie 880 Höhenmeter. Wegbeschaffenheit: Der Großteil der Strecke verläuft auf Forstwegen.

Einkehrmöglichkeiten: Kreither Alm (Tel. 0676/9444158) oder das Restaurant auf der Mutter-Alm-Bergstation. Wenn die Bahn geschlossen ist, dann hat die danebenliegende Sennalm geöffnet. (Betriebszeiten der Bahn: derzeit Freitag bis Sonntag, ab Juli Mittwoch bis Sonntag). Infos unter www.muttereralm.at

Bergtouren, die man in diesem Gebiet unternehmen kann: Gleich hinter der Kreither Alm kann man z. B. hinauf zur Nockspitze steigen (auf dem Wegweiser ist die Gehzeit mit 2 ¼ Stunden angegeben).

Abfahrt auf dem familientauglichen Singletrail der Muttereralmbahn: Die Abfahrt ist auch für Mountainbiker, die nicht mit der Bahn bergauf gefahren sind, möglich. Derzeit ist der Trail allerdings noch nicht ganz fertig gestellt, ab Mitte Juli soll es so weit sein.


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