Von der Leyen bei Manöver zu Test neuer NATO-Speerspitze in Polen
Zagan (APA/AFP) - Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und der laufenden Neuausrichtung der NATO hat die deutsche Verteidigungsministerin U...
Zagan (APA/AFP) - Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise und der laufenden Neuausrichtung der NATO hat die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag ein großes Militärmanöver der Allianz zum Test ihrer neuen schnellen Eingreiftruppe besucht. Im westpolnischen Zagan kam sie unter anderem mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und ihrem polnischen Kollegen Tomasz Siemoniak zusammen.
Zudem reisten die Ressortchefinnen aus den Niederlanden und Norwegen, Jeanine Hennis-Plasschaert und Ine Marie Eriksen Söreide, an. An der am 9. Juni gestarteten Übung namens „Noble Jump“ in Zagan beteiligen sich etwa 2.100 Soldaten aus Deutschland, Belgien, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Tschechien, Ungarn und den USA. Im Einsatz sind noch bis Sonntag zudem Hunderte Panzer und andere Militärfahrzeuge.
Ziel ist es, den Aufbau der neuen sogenannten Speerspitze der Allianz voranzubringen. Die Truppe aus rund 5.000 Soldaten soll Russland angesichts der Ukraine-Krise zeigen, dass die Militärallianz zu ihren osteuropäischen Mitgliedern steht. Moskau kündigte zuletzt einen Ausbau seiner atomaren Fähigkeiten an, was in der NATO auf scharfe Kritik stieß.
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gab am Mittwoch an, dass die Allianz derzeit „die größte Verstärkung unserer kollektiven Verteidigung seit dem Ende des Kalten Kriegs“ umsetze. Sie reagiere so auf Bedrohungen durch Extremisten und ein „bestimmteres Russland“, sagte er in Zagan. Die neue Eingreiftruppe sei dabei ein zentrales Element.
Die auch als Speerspitze oder schnelle Eingreiftruppe bezeichnete „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF) innerhalb der „NATO Response Force“ (NRF) soll aus Landstreitkräften bestehen, denen Luft-, See- und Spezialkräfte zugeordnet werden. Ab dem kommenden Jahr soll die Truppe voll einsatzfähig sein.
Teile der Speerspitze sollen binnen zwei bis drei Tagen entsandt werden können, der Rest binnen einer Woche. In diesem Jahr wird das Konzept getestet, wobei Deutschland eine Führungsrolle übernimmt. Stützpunkte, um die Kräfte bei einer Entsendung aufzunehmen, sollen in Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien und Bulgarien entstehen.
~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA216 2015-06-18/11:41