Debatte um Wohnungskäufe des Gewog-Chefs in geförderten Bauten

Wien (APA) - Die Wohnungskäufe des Geschäftsführers des gemeinnützigen Wohnbauträger Neue Heimat/Gewog, Karl Wurm, sorgen derzeit für Aufreg...

Wien (APA) - Die Wohnungskäufe des Geschäftsführers des gemeinnützigen Wohnbauträger Neue Heimat/Gewog, Karl Wurm, sorgen derzeit für Aufregung: Wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtete, hat Wurm mehrere Wohnungen in von der Gewog errichteten Gebäuden gekauft. Laut „Presse“ zu günstigeren Preisen als seine Nachbarn. Wurm bestreitet die Vorwürfe, rechtlich und preislich sei alles korrekt gelaufen.

Konkret soll Wurm, der auch Obmann des Dachverbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) ist, u.a. ein 139-Quadratmeter-Penthouse in einem von der Gewog errichteten Bau in Wien-Hernals erworben haben. Da Wurm die Kriterien für eine geförderte Wohnung nicht erfüllte, wurde sie per Sondergenehmigung der Rechtsabteilung des Wohnbauressorts von der Förderung ausgenommen und so zur frei finanzierten Wohnung.

Per Anwartschaftsvertrag soll sich Wurm das Penthouse schon 2003 gesichert haben, wobei er laut „Presse“ zweimal unterschrieb: Einmal als Geschäftsführer der Gewog und einmal als Käufer. Laut Berechnungen der Tageszeitung zahlte er dabei gut 100 Euro pro Quadratmeter weniger als seine Nachbarn. Wurm soll auch andere frei finanzierte Wohnungen in Gebäuden der atHome-Immobilien gekauft haben - diese ist die gewerbliche Tochter der Gewog. Der Vorwurf hier lautet auch, dass diese zum Teil seit Jahren leer stehen.

Im Ö1-“Mittagsjournal“ verteidigte sich Wurm am Donnerstag: Rechtlich sei alles korrekt gelaufen. „Ich habe immer zu Marktpreisen gekauft, aber die Optik ist nicht sehr gut“, gab er zu. Gerade den Kauf des Penthouses 2003 „würde ich mit Sicherheit nicht mehr so machen“. Es sei jedoch sicherlich nie billiger davongekommen, betonte er. Den Leerstand der Wohnungen erklärte Wurm so, dass er die Wohnungen für seine Kinder gekauft habe. Bei zwei weiteren Objekten handle es sich um die Pensionsvorsorge seiner Frau.

Die Stadt überlegt hingegen die Verschärfung der Compliance-Richtlinien innerhalb der gemeinnützigen Wohnbauträger. Um präventiv tätig zu sein, könne man sich auch eine Ausweitung auf die gewerblichen Töchter der Träger vorstellen, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage aus dem Büro des Wohnbaustadtrates Michael Ludwig (SPÖ).


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