Weiterhin 600 Flüchtlinge sitzen in Ventimiglia fest

Rom (APA) - Während Papst Franziskus angesichts des am Samstag geplanten Weltflüchtlingstags zu Solidarität mit den Migranten aufgerufen hat...

Rom (APA) - Während Papst Franziskus angesichts des am Samstag geplanten Weltflüchtlingstags zu Solidarität mit den Migranten aufgerufen hat, bleibt die Lage in der norditalienischen Stadt Ventimiglia an der Grenze zu Frankreich gespannt. 500 Migranten campieren im Bahnhof Ventimiglia, weitere 100 auf den Felsen unweit der Grenze, berichteten die Behörden am Freitag.

Versorgt werden die Migranten vom Roten Kreuz, das mithilfe der Bahngesellschaft Trenitalia Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien organisiert hat. Die französische Polizei drängt weiterhin Migranten zurück, die illegal die Einreise nach Frankreich versucht hatten. Deshalb habe der Flüchtlingsstrom in Richtung der am östlichen Ende der Cote d‘Azur gelegenen Stadt in den vergangenen Tagen nachgelassen, teilten die Behörden mit.

Die Migranten, die auf den Felsen übernachten, wollen dort so lange bleiben, bis Frankreich ihnen die Genehmigung zur Einreise erteilt. „Wir demonstrieren auf friedliche Weise gegen die Grenzblockade“, berichteten einige Flüchtlinge.

Debora Serracchiani, Präsidentin der ebenfalls mit dem Flüchtlingsproblematik konfrontierten Region Friaul, fordert unterdessen eine Vereinfachung der bürokratischen Regeln für Asylsuchende. Auf diese Weise könne man verhindern, dass tausende Flüchtlinge monatelang in Italien festsitzen müssten, bevor ihr Asylantrag überhaupt überprüft wird. Mit Italiens Innenminister Angelino Alfano diskutierte Serracchiani über Wege, mehr Flüchtlingsunterkünfte in Kasernen, Sporthallen und Schulen zu organisieren. „Jede Region soll ihren Teil Verantwortung übernehmen“, sagte Serracchiani.

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Die Präsidentin der italienischen Abgeordnetenkammer, Laura Boldrini, besuchte am Freitag den Mailänder Zentralbahnhof, auf dem seit über einer Woche hunderte Migranten campieren. Sie traf die Freiwilligen, die sich um die Flüchtlinge kümmern. „Man muss den Notstand bewältigen, ohne Alarm zu schüren“, sagte Boldrini.


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