styriarte: „Barbier von Sevilla“ in Übersetzung von Ignaz Kollmann

Graz (APA) - Bei der diesjährigen „styriarte“ wird Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ in einer heutzutage ungewöhnlichen Fassung zu se...

Graz (APA) - Bei der diesjährigen „styriarte“ wird Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ in einer heutzutage ungewöhnlichen Fassung zu sehen sein. Regisseur Peer Boysen verwendetet für sein „szenisches Arrangement“ in der Helmut-List-Halle die erste deutsche Übersetzung, die von Ignaz Kollmann 1819 angefertigt und erstmals in Graz aufgeführt wurde.

Bei dem Text handle es sich weniger um eine reine Übertragung aus dem Italienischen als vielmehr eine „gesellschaftspolitische, satirische Bearbeitung“, schilderte Boysen beim Pressegespräch am Montag in Graz. Er selbst hat für die Aufführung den Text gekürzt, dabei aber sprachlich alles unangetastet gelassen. „Die Bearbeitung ist böse, weniger zum Lachen, eigentlich traurig“, erzählte er von seiner Arbeit an der Rossini-Oper, die mittlerweile fast ausschließlich in Originalsprache gespielt wird.

Das Werk ist seiner Meinung nach sowieso zu Unrecht als eher lustig klassifiziert. „Es ist keine Unterhaltungsmusik, die sektlaunig daherkommt, sondern eher wie eine scharfe Tuschekarikatur.“ Die Aufführung findet in der Helmut-List-Halle statt und ist wieder eine Art halbszenischer Umsetzung, aber mit Kostümen und Bühnenbild. Was genau die Zuschauer erwarten wird, wollte der Regisseur nicht verraten. Premiere ist am 3. Juli, es dirigiert Michael Hofstetter.

(S E R V I C E - „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini. Dirigent: Michael Hofstetter, Szenisches Arrangement: Peer Boysen. Mit: Marie Friederike Schöder (Rosina), Daniel Johannsen (Almaviva), Miljenko Turk (Figaro), Josef Wagner (Basilio), Stefan Sevenich (Bartolo), Ludwig Mittelhammer (Fiorillo), Bibiana Nwobilo (Berta), styriarte Festspiel-Orchester. www.styriarte.com)


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