Bis zu 90 Prozent Abdeckung der Schäden erwartet

In See sind die Häuser von der Mure weitgehend geräumt. Asylwerber helfen auch diese Woche bei der Beseitigung der Flurschäden.

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Von Helmut Wenzel

See –Dunst dringt aus den feuchten Kellern. Die Sonne hat die Feuchtigkeit gestern Montag zumindest teilweise aufgesaugt. Am Murenkegel in See/Gries war es etwas ruhiger als in den vergangenen Tagen. Vieles ist dank unzähliger helfender Hände aufgeräumt. Trotzdem wartet noch jede Menge Arbeit an den Häusern und bei der Beseitigung der Flurschäden.

Die wohl gefragtesten elektrischen Helfer sind Entfeuchtungsgeräte. „Die Caritas hat uns einige davon zur Verfügung gestellt“, weiß Bürgermeister Toni Mallaun. In Summe sind 65 Gebäude beschädigt, 268 Bewohner sind betroffen. Die Stimmung beschreibt Mallaun als „durchwachsen“. Vorsichtiger Optimismus herrsche bei Hausbesitzern mit geringen Schäden. Bei Bewohnern mit großen Schäden sei das noch nicht der Fall.

Noch diese Woche erwartet der Bürgermeister eine detaillierte Bewertung der Schäden und somit eine vorläufige Gesamtsumme. Die erste Grobschätzung von zehn Mio. Euro könnte übertroffen werden.

Kann der materielle Schaden der einzelnen Hausbesitzer vollständig abgegolten werden? „Das ist unwahrscheinlich. Da müsste man optimal versichert sein, was großteils nicht der Fall ist“, sagte Mallaun, der sich eine generelle Anmerkung erlaubt: „Für Schäden, die auf derartige Naturereignisse zurückzuführen sind, müsste es meiner Meinung eine Pflichtversicherung geben.“

Für die Betroffenen in See erwartet er eine Schadensabdeckung von bis zu 90 Prozent, so der Bürgermeister. „Das Land zahlt 50 Prozent aus dem Katastrophenfonds, mit den Versicherungsleistungen kommen wir vielleicht auf 70 Prozent. Die zahlreichen Spenden müssten einen weiteren Beitrag von 20 Prozent ausmachen.“

„Auch einige Großspender, die meistens anonym bleiben wollen, haben uns überrascht. Ich kann nur ein herzliches Danke sagen“, stellte der noch immer viel beschäftigte Dorfchef fest. Das gelte auch für die Plateaugemeinden Serfaus, Fiss und Ladis, die laut Mallaun vorige Woche einen Scheck über 50.000 Euro gespendet haben. Auch dieses Geld werde vom Spendenkomitee der Gemeinde „bedarfsgerecht und möglichst treffsicher“ verteilt.

Dass vorige Woche 24 Asylwerber beim Aufräumen der massiven Flurschäden mitgeholfen haben, werte er als erfreulich. „Ab Dienstag ist nochmals eine Asylwerbergruppe im Einsatz.“

Eine erste Bilanz hat das Rote Kreuz des Bezirkes Land­eck gezogen. 110 freiwillige Mitarbeiter haben beim Versorgungseinsatz von 8. bis 13. Juni vor Ort mitgeholfen – in Summe waren es 1500 Stunden. Das Team hatte in einer Feldküche 4000 warme Mahlzeiten zubereitet und 8000 Liter an Getränken sowie 500 Liter Kaffee ausgegeben. Zudem hat das Kriseninterventionsteam acht Einsätze absolviert, drei Rotkreuz-Einsätze galten Personen, die sich bei den Arbeiten verletzt hatten. Hier nochmals das Spendenkonto der Gemeinde – IBAN: AT89 3624 8000 0042 5090; BIC: RZTIAT 22248.


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