Europaspiele: Judokas mit olympischem Flair um EM-Lorbeer

Baku (APA) - Die von der Wertigkeit bedeutendsten Wettkämpfe der Europaspiele gehen in den letzten Tagen des Premieren-Events in Baku in Sze...

Baku (APA) - Die von der Wertigkeit bedeutendsten Wettkämpfe der Europaspiele gehen in den letzten Tagen des Premieren-Events in Baku in Szene. Die Judokas tragen von Donnerstag bis Sonntag ihre heuer in Glasgow abgesagten Europameisterschaften aus, Österreich wird durch vier Herren und fünf Damen vertreten. Baku 2015 ist zudem der letzte Bewerb der ersten von zwei Qualifikationsphasen für Olympia 2016.

Die Punkte zählen auf dem Weg zu den Rio-Spielen zu 50 Prozent, ab dann zu 100 Prozent. Für Gold werden in Baku 400 Zähler gutgeschrieben. Kathrin Unterwurzacher hat als einzige des ÖJV-Teams schon sechsmal lukrativer gepunktet, mehr wird in Phase eins nicht angerechnet. „Ich kann daher locker kämpfen“, sagte die 23-Jährige am Montag bei einem Medientermin im Athleten-Dorf. „Eine Medaille ist schon mein Ziel.“ Es wäre ihr erster EM-Podestplatz.

Die Tirolerin kennt das Gefühl, in Baku auf dem Podest zu stehen. Den dortigen Grand Slam hat sie im Mai gewonnen, 2014 war sie Zweite gewesen. Gekämpft wurde da aber in einer anderen Halle als in der „Heydar Aliyev Arena“, mit der sich die österreichische Equipe am Montag anlässlich des Auftakts im Sambo - der Österreicher Kevin Cekic schied früh aus - vertraut gemacht hat. Sabrina Filzmoser zeigte sich begeistert: „Die Halle ist extrem cool. Alles ist top-organisiert.“

Für die 35-Jährige sind es wie für den 33-jährigen Ludwig Paischer die letzten Europaspiele, denn in vier Jahren werden sie nicht mehr aktiv sein. Filzmoser ist von der Dimension der Spiele trotz ihrer Olympia-Routine beeindruckt. „Dass es so groß aufgezogen ist, habe ich mir nicht gedacht“, erklärte die Oberösterreicherin. Vorfreude verspürt auch Paischer: „Das hier ist für mich ein bisschen wichtiger als eine normale EM. Es ist olympisches Flair auf europäischer Ebene.“

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Was Rang und Namen hat, ist in der Hauptstadt Aserbaidschans daher vertreten. „Es ist unheimlich stark besetzt“, merkte Frauen-Bundestrainer Marko Spittka an. Von einem extrem starken Turnier sprach der seit April als Teamchef der Männer fungierende Patrick Rusch. Der Vorarlberger war mit seinem Team zuletzt auf Trainingscamp in Minsk. Paischer: „Da waren einige mit ihren European-Games-Teams - Ukrainer, Franzosen, Spanier. Es war stark besetzt.“

Spittka hat in der Vorbereitung zuletzt bewusst Intensität herausgenommen, es wurde in Leibnitz und in Slowenien trainiert. Denn noch am Sonntag reist er mit Filzmoser, Unterwurzacher, Bernadette Graf, Hilde Drexler und Tina Zeltner zu einem Grand Prix in der Mongolei. Dort zählen sie zu den Favoriten, können gute Olympia-Punkte holen. In Baku sind bis auf Zeltner alle gesetzt. Bei den Männern gehört Paischer als Nummer acht gerade noch der Setzliste an.

Den Olympia-Zweiten 2008 hat Rusch natürlich auf der Rechnung. Für den lange Zeit verletzt gewesenen Marcel Ott sowie Christoph Kronberger und den erst 22-jährigen Daniel Allerstorfer hängen die Trauben höher. Spittka hat in seinem Quintett mehr realistische Hoffnungsträger. „Meine Devise ist, bei jedem Turnier eine Medaille.“ Graf ist eine ernste Anwärterin darauf, sie war 2013 und 2014 EM-Dritte. „Ein dritter dritter Platz wäre in Ordnung“, sagte die Tirolerin.

Während das österreichische Frauen-Quintett noch vor der Schlussfeier in die Mongolei weiterreist, hebt die vierköpfige Herren-Riege erst am Montag aus der Kaukasus-Republik ab. Ein Medaillen- oder gar Gold-Gewinner würde sich daher als rot-weiß-roter Fahnenträger für die für Sonntag (18.00 Uhr MESZ) angesetzte finale Zeremonie der Titelkämpfe anbieten.


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