Pakistan stellt Hilfsorganisationen unter zentrale Kontrolle

Islamabad (APA/AFP) - Nach der vorübergehenden Schließung der Save-the-Children-Büros im Land will die pakistanische Regierung alle internat...

Islamabad (APA/AFP) - Nach der vorübergehenden Schließung der Save-the-Children-Büros im Land will die pakistanische Regierung alle internationalen Hilfsorganisationen unter zentrale Kontrolle stellen.

„Die Regierung will ein umfassendes Registrierungssystem der Gruppen einrichten, um ein transparentes System der Verantwortlichkeit sicherzustellen“, erklärte Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan am Montag. „Wir sollten die Geldgeber und die Zwecke kennen, für die sie das Geld geben.“ Alle Organisationen - auch Save the Children - dürften in den kommenden sechs Monaten in Pakistan weiterarbeiten, wenn sie sich binnen drei Monaten registrieren lassen.

Die pakistanischen Behörden hatten das Büro von Save the Children in Islamabad am 11. Juni geschlossen und die Aktivitäten der Organisation für den Monat gestoppt. Sie drohten auch mit dem Rauswurf weiterer Hilfsorganisationen. Die Regierung verdächtigt sie, als Deckmantel für ausländische Spionageaktivitäten zu dienen. Das Vorgehen gegen Save the Children führte zu internationalem Protest.

2012 hatte ein Bericht des pakistanischen Geheimdienstes die Organisation in Zusammenhang mit dem pakistanischen Arzt Shakeel Afridi gebracht. Afridi soll unter dem Vorwand eines Impfprogramms den USA geholfen haben, den Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida, Osama bin Laden, ausfindig zu machen. Ein US-Spezialkommando hatte Bin Laden im Mai 2011 im nordpakistanischen Abbottabad getötet.

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Wegen der Vorwürfe mussten alle ausländischen Mitarbeiter von Save the Children Pakistan bereits verlassen. Die Organisation betreibt nun mit 1200 pakistanischen Mitarbeitern Projekte im Land. Verbindungen zu Afridi oder dem US-Geheimdienst CIA hat die Hilfsorganisation wiederholt dementiert.


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