Peter Buchmüller folgt Bettina Lorentschitsch als neuer Handelsobmann

Wien (APA) - Der Salzburger Peter Buchmüller ist nun der oberste Händler in Österreich. Er wurde gestern, Dienstag, zum neuen Obmann der Bun...

Wien (APA) - Der Salzburger Peter Buchmüller ist nun der oberste Händler in Österreich. Er wurde gestern, Dienstag, zum neuen Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gewählt und löst damit Bettina Lorentschitsch ab, die der Sparte seit Dezember 2011 vorstand. Lorentschitsch hat auch schon einen neuen Job: Sie wird mit Oktober neue Präsidentin der ÖVP-nahen Julius Raab Stiftung.

Derzeitiger Leiter des Think Tank ist Staatssekretär Harald Mahrer. Sie wolle in Zukunft mehr „konzeptionell, inhaltlich und visionär arbeiten“, sagte Lorentschitsch am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien. Ihr Nachfolger Buchmüller ist in der Kammer kein unbekannter. Seit 2011 leitet der 60-Jährige auf Arbeitgeberseite die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel, seit 2009 ist er Spartenobmann des Handels in Salzburg, seit 2010 Vizechef des Lebensmittelhandels auf Bundesebene.

In seinem Leben außerhalb der Wirtschaftskammer führt der begeisterte Sportler zwei Lebensmittelgeschäfte in Salzburg mit in Summe 36 Beschäftigten. Er freue sich auf seine neue Funktion als Obmann der zweitgrößten Sparte in der Kammer und wolle die Kollektivvertrags-Reform zu einem guten Abschluss bringen und bei den Nachbesserungen zur Steuerreform „bis zuletzt kämpfen“, so Buchmüller.

Großer Kritikpunkt der Wirtschaftskammer war von Anfang an die Registrierkassenpflicht - eine Idee der SPÖ zur Betrugsbekämpfung. Das Problem mit der „Kalte-Hände-Regelung“ noch immer nicht gelöst. Darunter versteht man Marktstandler, die im Freien arbeiten und die aus Sicht der Kammer von der Registrierkassenpflicht ausgenommen werden sollten. Hier sehen die Handelsvertreter keinen Mehrwert, da sich der Aufwand bei den geringen Einnahmen nicht rechne. Auch Webshops sollten von der Registrierkassenpflicht ausgenommen werden und Automaten (etwa Zigarettenautomaten) nicht als Registrierkasse gelten.

Noch keine Resultate konnte der neue Handelsobmann heute punkto KV-Reform liefern. Seit nunmehr eineinhalb Jahren entrümpeln Wirtschaftskammer und Gewerkschaft den komplizierten Handelskollektivvertrag. „Derzeit ist der KV für Nicht-Juristen nicht lesbar“, räumte Buchmüller ein. Momentan verdienen Verkäuferinnen mit den gleichen Voraussetzungen in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich viel. Das Ausmaß sei im Vorfeld unterschätzt worden, so Buchmüller. Der neue KV soll daher voraussichtlich erst 2017 und nicht wie geplant 2015 stehen. Heuer im Herbst fänden ganz normale KV-Verhandlungen statt. Im Jahr 2013 einigten sich die Sozialpartner ja auf einen Doppelabschluss für 2014 und 2015, um sich Zeit für die KV-Reform nehmen zu können.

~ WEB http://wko.at ~ APA308 2015-06-24/13:32


Kommentieren