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Millionen-Coup in Innsbruck: Vier Personen in Haft

Nach dem Diebstahl von über einer Million Euro aus einer Innsbrucker Geldtransportfirma sind die Ermittler einen entscheidenden Schritt weiter.

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Dieses Bild der Überwachungskamera zeigt zwei Täter im Tresorraum der Innsbrucker Geldtransportfirma.
© Polizei

Von Thomas Hörmann

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Innsbruck – Der ebenso dreiste wie ausgeklügelte Diebstahl von über einer Million Euro aus den Tresoren einer Innsbrucker Geldtransportfirma scheint geklärt. Beamte des Landeskriminalamtes nahmen am Dienstag vier Verdächtige im Großraum Innsbruck fest. Angeblich konnte auch ein Teil der Beute sichergestellt werden.

Der Millionen-Coup sorgte kurz vor Weihnachten für Aufsehen. Am 20. Dezember um 17.20 Uhr steuerten zwei vermummte Männer einen silberfarbenen Skoda Octavia im Retourgang in die Tiefgarage der Geldtransportfirma C3 in der Andechsstraße. Mit einem widerrechtlich erlangten Schlüssel konnten die Diebe auch das Tor zum Schleusenraum des Unternehmens öffnen. Wie Überwachungsfotos zeigen, stiegen die Täter erst aus dem Wagen, als das Schleusentor wieder zu war. Ihr erster Weg führte die Maskenmänner zu den Kameras, die sie mit Schaum außer Betrieb setzten. Dann drangen sie in den Tresorraum ein und öffneten die Geldfächer. Ein Kinderspiel – die Täter kannten die Codes für die Schlösser. Wenig später konnten die Diebe mit deutlich über einer Million Euro unerkannt entkommen.

Der Zeitpunkt für den Diebstahl war mehr als günstig: Die Täter schlugen an einem Samstag im Advent zu, die Tresore waren mit den Tageslosungen der Geschäfte prall gefüllt. Außerdem blieb der Coup bis Sonntag unentdeckt, der Vorsprung für die Diebe betrug fast 20 Stunden.

Tatsächlich taten sich die Ermittler zunächst schwer: keine Zeugen, keine Hinweise, selbst der Skoda blieb wie vom Erdboden verschluckt.

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Anfang Juni kam allerdings Bewegung in den Fall: Nach einem Hinweis konnten Polizeibeamte im Wald bei Pfons Kapuzenjacken, Jogginghosen, Schuhe und eine Sturmhaube sicherstellen. Kleidungsstücke, die die Täter beim Coup am 20. Dezember getragen haben dürften.

Jetzt gelang den Ermittlern auch die Ausforschung von vier Verdächtigen. Am Dienstagmorgen nahmen die Beamten in Mühlbachl, Aldrans, Absam und im Innsbrucker Stadtteil Pradl die mutmaßlichen Täter fest.

Zweite spektakuläre Tat

Die Verdächtigen sollen für eine weitere spektakuläre Straftat verantwortlich sein: Im Februar 2014 lotste eine vermeintliche Zivilstreife den Fahrer eines Geldtransporters mit einer Polizei-Haltekelle von der Inntalautobahn auf einen Parkplatz bei Hall. Dort überwältigten die zwei falschen Polizisten den Lenker, fesselten den Mann und ließen ihn neben einem Radweg liegen. Dann flüchteten sie mit dem Geldtransporter – einem unscheinbaren VW Caddy – auf einen weiteren Parkplatz und brachen den Tresor im Laderaum auf. Beute: etwa 200.000 Euro. Die Täter konnten entkommen.

Zwischen Überfall und Millionendiebstahl bestanden von Anfang an Parallelen. Nicht nur, weil in beiden Fällen die Geldtransportfirma C3 betroffen war. Auffallend ist auch das Insiderwissen, das in Hall und Innsbruck eine maßgebliche Rolle spielte. Beim Überfall auf der Autobahn war es vor allem die Route des Geldtransporters, die den Tätern bekannt gewesen sein muss.

Beim Diebstahl im Dezember verfügten die Männer nicht nur über den Schlüssel für das Schleusentor, sie kannten auch die Zugangscodes der verschiedenen Tresore. Und sie schlugen zum idealen Zeitpunkt zu.

Zwei Beschuldigte sollen bereits Geständnisse abgelegt haben. Die mutmaßlichen Komplizen zierten sich zunächst angeblich noch. Bei zumindest drei Verdächtigen dürfte es sich um Einheimische handeln.


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