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Immer mehr Frauen in Deutschland wollen in den Jihad

Berlin (APA/dpa/AFP) - Immer mehr junge Frauen in Deutschland werden nach Einschätzung des deutschen Innenministeriums gezielt für das Terro...

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Berlin (APA/dpa/AFP) - Immer mehr junge Frauen in Deutschland werden nach Einschätzung des deutschen Innenministeriums gezielt für das Terrornetzwerk „Islamischer Staat“ (IS) angeworben. Die Zahl der Frauen, die sich am Terror beteiligten, steige überproportional, sagte Innenminister Thomas de Maiziere am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Das bezieht sich insbesondere auf junge Frauen.“

Männer und Frauen würden häufig aktiv aufgesucht, um sie für eine Radikalisierung zu gewinnen. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz bestätigte einen Bericht von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“, wonach den Sicherheitsbehörden rund ein Dutzend Anwerberinnen bekannt sind, die Frauen aus Deutschland für den IS rekrutieren.

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Diese Anwerberinnen suchen dem Bericht zufolge gezielt nach jungen Frauen, die sie mit IS-Kämpfern verheiraten wollen. Diese oft noch Minderjährigen sollten dem Kalifat des Islamischen Staat Kinder gebären. Die Anwerberinnen informierten sich dabei nach den Worten des beim rheinland-pfälzischen LKA tätigen Islamwissenschaftlers Marwan Abou-Taam vor einer Kontaktaufnahme gezielt in deren Facebookprofilen über die Mädchen. „Es ist so, dass diese jungen Frauen die Lebenswirklichkeiten und Lebensträume potenzieller Personen kennen und versuchen, genau darauf zu reagieren.“

Dem Bericht zufolge gibt es auch eine Zusammenarbeit von bereits nach Syrien und in den Irak ausgereisten Frauen und in Deutschland agierenden Unterstützerinnen. Die deutschen Sicherheitsbehörden würden in einem internen Papier von einem „Mädchennetzwerk“ sprechen. Nach erfolgreicher Rekrutierung unterstützten die Anwerberinnen die jungen Frauen unter anderem bei den Vorbereitungen für die Ausreise. Außerdem würden sie Tipps geben, um die Abreise und die Beweise für die Rekrutierung zu verschleiern, Routen empfehlen und Kontakte an den verschiedenen Zwischenstationen in den IS vermitteln.

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Rund 100 Frauen aus Deutschland sollen dem Bericht zufolge bisher ausgereist sein. Mehr als die Hälfte sei zum Ausreisezeitpunkt jünger als 25 Jahre gewesen, etwa jede sechste sogar minderjährig.

Österreich haben bisher mindestens 17 Frauen und Mädchen verlassen, um in das Kampfgebiet zu gelangen. Sieben von ihnen seien mittlerweile wieder zurückgekehrt, drei weitere an der Ausreise gehindert worden. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Mitte März hervor.


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