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Taxikampf in Frankreich eskaliert: Gewalt bei Anti-Uber-Protesten

Fast 3.000 Taxifahrer beteiligten sich landesweit an den Protesten, blockierten Flughäfen und Bahnhöfe und sorgten so für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

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Paris - Bei Protesten von Taxifahrern gegen den umstrittenen Fahrdienstanbieter Uber ist es in Frankreich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. In Paris setzten Taxifahrer am Donnerstag zwei Privattaxis in Brand, an den beiden Hauptstadtflughäfen durchbrachen Autos Barrieren und fuhren dabei Protestierende an.

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Fast 3.000 Taxifahrer beteiligten sich nach Polizeiangaben landesweit an den Protesten, blockierten Flughäfen und Bahnhöfe und sorgten so für erhebliche Verkehrsbehinderungen.

Der Protest richtete sich insbesondere gegen das Angebot UberPop, das Fahrgäste per Smartphone-App an private Fahrer vermittelt. Diese verlangen in der Regel deutlich weniger Geld als Taxis, zahlen aber auch keine Steuern und Sozialabgaben und haben nicht die für Taxifahrer verpflichtende 250-stündige Ausbildung absolviert. Taxifahrer sehen in ihnen daher eine unlautere Konkurrenz.

Taxler versperrten Zufahrten zu Flughäfen

Schon am frühen Morgen versperrten Taxifahrer die Zufahrten zu mehreren Terminals der Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly in Paris. In Orly machten Taxifahrer vor den Augen der Polizei Jagd auf Fahrer von Privatfahrzeugen, die Fluggäste transportieren wollten. Zwei Chauffeure von Privattaxis wurden festgenommen, nachdem sie an den beiden Flughäfen Barrikaden durchbrochen und dabei Protestierende angefahren hatten. Festgenommen wurde auch der Fahrer eines Motorradtaxis, der eine Tränengasgranate gegen ein Taxi geworfen hatte.

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Einige Taxipassagiere, deren Fahrzeuge nicht weiterkamen, machten sich zu Fuß vom Flughafen in Richtung Paris auf den Weg.
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Am Pariser Verkehrsknotenpunkt Porte Maillot griffen Taxifahrer die Transportwagen von zwei Privatfahrern an und setzten sie in Brand. Ebenfalls an der Porte Maillot wurde ein Mann festgenommen, der ein Wurfgeschoss auf einen Polizisten geworfen haben soll und diesen dabei verletzte.

Blockaden gab es auch an zwei großen Pariser Bahnhöfen, dem Nordbahnhof und dem Gare de Lyon. Auch in den Großstädten Lyon und Marseille sorgten die Taxifahrer mit ihrer Protestaktion für erhebliche Verkehrsbehinderungen. In Lyon gab es acht Festnahmen. Laut Polizei nahmen rund 2.800 Taxifahrer an den Protesten gegen Uber teil, es gab landesweit rund 30 Blockaden.

Wütende Tweets von Courtney Love

Für Aufsehen sorgten wütende Tweets der Witwe von Nirvana-Sänger Kurt Cobain, Courtney Love, die Opfer der Proteste wurde. „Sie haben unser Auto überfallen und den Fahrer als Geisel genommen“, schilderte die Musikerin. Die Demonstranten würden mit Eisenstangen auf Autos einschlagen. „Ist das Frankreich? In Bagdad wäre ich sicherer.“

„Francois Hollande, wo ist die verdammte Polizei???“, fragte Courtney Love wenig später über Twitter. „Ist es bei euch legal, Besucher anzugreifen? Beweg‘ deinen Hintern zum Flughafen, was soll der Scheiß???“

Innenminister ruft zur Ruhe auf

Innenminister Bernard Cazeneuve rief alle Beteiligten zur Ruhe und zum Gewaltverzicht auf. Zugleich rief er die Pariser Staatsanwaltschaft an. UberPop mache sich mutmaßlich der „Organisation illegaler Aktivitäten im Personenverkehr“ schuldig. Vom Pariser Polizeipräfekten forderte Cazeneuve ein Dekret, um die Aktivitäten von UberPop zu untersagen.

In Frankreich ist es bereits seit Jahresbeginn per Gesetz verboten, ohne Lizenz Taxis oder sogenannte Tourismusfahrzeuge mit Fahrer (VTC) zu fahren. Verboten ist es auch, Kunden an nicht-professionelle Fahrer zu vermitteln, wie es bei UberPop geschieht. Der Fahrdienstanbieter aus den USA hat Frankreich inzwischen vor der EU-Kommission verklagt und das französische Verfassungsgericht angerufen. (APA/AFP)


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