32. Donauinselfest - Veteranen und ein Stromausfall

Wien (APA) - „Alte Männer wie wir regieren die Welt“, heißt es in einem Song der österreichischen Band Kreisky. Die Welt war es am Samstag z...

Wien (APA) - „Alte Männer wie wir regieren die Welt“, heißt es in einem Song der österreichischen Band Kreisky. Die Welt war es am Samstag zwar nicht, aber immerhin die Hauptbühne des Donauinselfests. Dort bestritten Herren im durchaus bereits fortgeschrittenen Alter das Aufwärmprogramm. Das Ö1-Zelt hatte indes am frühen Abend mit einem dreiviertelstündigen Stromausfall zu kämpfen.

Der Nachmittag gehörte auf der Mainstage ganz den Veteranen heimischer Provenienz. Um 17.45 Uhr hatten Minisex ihren Auftritt. Die rot-weiß-roten Vertreter der Neuen Deutschen Welle gehören gewissermaßen zum Standardinventar des Inselfestes und waren u.a. schon 1983, bei der allerersten Ausgabe, Teil des Line-ups. Sänger Rudi Nemeczek - sonnenbebrillt und in strahlend weißer Schale - schmetterte freilich auch die bekannten 80er-Jahre-Nummern wie „Rudi gib acht“ oder „Du kleiner Spion“ gen das wohlwollende Publikum.

Eine gewisse Bühnenreife kann man auch der nachfolgenden Band Opus nicht absprechen. Die Combo, die mit „Live is life“ nach 20 Jahren immer noch gute Tantiemen einfährt, hat bereits unglaubliche 42 Jahre auf dem Buckel - freilich mit wechselnder Besetzung. Sänger Herwig Rüdisser zeigte sich jedenfalls motiviert: „Helfts uns ein bissi, dann hamma eine gute Zeit miteinander.“

Die Insel-Frischlinge hatten es aber auch nicht gerade leicht. So brach vor dem Auftritt der Schispringerlieder-Erfinder Christoph & Lollo die Technik im brechend vollen Ö1-Zelt zusammen. 45 Minuten lang ging gar nichts mehr, was dem dicht gedrängten Publikum doch einiges an Geduld abverlangte. Als die Notaggregate den Strom zurückbrachten, war der Applaus umso lauter. Das Wiener Duo, das bei Auftritten mindestens genauso viel redet wie singt, ortete hinter dem Blackout sowieso einen „Racheakt der Tontechniker“. Denn anders als die Künstler dürften diese backstage den Kaffee nur aus Pappbechern trinken, verrieten sie. Laut Organisatoren gab es an den anderen Bühnen übrigens kein Stromproblem, wie der APA versichert wurde. Die Versorgung erfolge dezentral - also für jede Bühne separat.

Insofern konnten parallel etwa das Münchner Musik- und Performance-Kollektiv Chicks On Speed auf der FM4-Bühne, Rock ‚n‘ Roll-Interpret Andy Lee Lang auf der Arbeitswelt-Insel oder Jazz Gitti im Schlagerbereich problemlos ihre Auftritte absolvieren.

Das Wetter machte dem Spektakel trotz immer wieder bedrohlich dunkler Wolkendecke ebenfalls keinen Strich durch die Rechnung. Niederschläge waren - mit Ausnahme des kurzen Regengusses am frühen Nachmittag - ausgeblieben.


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