Osttirol

Kletternd in Verborgenes vordringen

© Grafik Zlöbl

Wenn der Name Programm ist: Der neue Klettersteig „Verborgene Welt“ in den Lienzer Dolomiten bietet neue Einblicke, die ausschließlich Nutzern vorbehalten bleiben – eine anregende Route mit manch kniffliger C-Passage.

Von Claudia Funder

Amlach –Wer gerne Fels zwischen den Fingern fühlt und keine Höhenangst kennt, kann sich freuen. Das Kletterangebot in Osttirol ist um eine weitere Attraktion reicher. Und diese punktet gleich in mehrfacher Weise.

Der Klettersteig „Verborgene Welt“ wurde von Hannes Wallensteiner und Parade-Kraxler Peter Ortner professionell angelegt und hat durchaus das Zeug, zu einem Hotspot in der Riege der Osttiroler Klettersteige und -routen zu werden. Er entführt Felsliebhaber in eine Schlucht, die von außerhalb nicht einsehbar ist, offenbart quasi deren Schönheiten nur demjenigen, der sich entlang des Stahlseils hineinwagt.

Nahe des gängigen Wanderweges von der Klammbrücke zum Schutzhaus Kerschbaumer-Alm liegt der Einstieg in das Erlebnis der besonderen Art. Den speziellen Reiz dieses Angebots macht vor allem die Routenführung in unmittelbarer Nähe zum Wasser aus, man balanciert über nicht weniger als vier Seilbrücken mit Blick auf den imposanten Klapfwasserfall. Etwa nach der Hälfte der Route wartet ein atemberaubender Rastplatz auf einem riesigen Grasplateau, der ebenfalls von Hannes Wallensteiner und Peter Ortner eingerichtet wurde. Bei klarer Sicht reicht der Blick von hier bis zur Schobergruppe.

Im Rahmen eines Pressegesprächs wurden gestern detaillierte Daten des neuen Klettersteigs präsentiert. 400 Meter ist die stahlseilgesicherte Route lang, 150 Höhenmeter sind bis zum Ausstieg zu überwinden. Die Nähe zum Wasser sorgt auch in der warmen Jahreszeit stets für eine erfrischende Brise. Man klettert nordseitig, bisweilen auch ostseitig – so ist der Steig auch eine Top-Destination für heiße Sommertage.

Im „Vorbeigehen“ schafft man es nicht bis zum Ausstieg. Er ist nicht ganz leicht zu meistern, der neue Klettersteig, hat durchaus knifflige C-Passagen, auch wenn er über weite Strecken Schwierigkeitsgrad B aufweist. Eine bis eineinhalb Stunden sollte man schon einplanen für das Bergerlebnis. Versierte Kletterer spulen die Route in einer guten halben Stunde ab. Im Zuge eines Familienausflugs können etwa Mutter und Tochter klettern, während Vater und Sohn den normalen Weg zur Kerschbaumeralm wählen - oder umgekehrt.

Werner Frömel, Obmann der AlpinPlattformLienz, eines Gremiums großer alpiner Vereine, freut sich über das neue Angebot, das maßgeblich vom Tourismusverband Osttirol finanziert und vom Land gefördert wurde.

Auch Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, zeigt sich angetan von der qualitätsvollen Ergänzung: „Das Angebot im Bezirk lockt auch zunehmend Leute an, die nur wegen des Kletterns nach Osttirol kommen. Wir können uns sehen lassen mit unserem vielfältigen Bergerlebnis.“