Ein strammer Soldat wird Branddirektor in Innsbruck
Der Beschluss im Stadtsenat wurde einstimmig gefällt, mit 1. Oktober wird Hager die Führung der Berufsfeuerwehr übernehmen.
Innsbruck – Wildschönauer, 33 Jahre alt, Berufsoffizier beim Bundesheer, stv. Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Breitenbach: So lautet der Steckbrief des neuen Branddirektors von Innsbruck. Der Stadtsenat der Landeshauptstadt ernannte am Mittwochvormittag Helmut Hager einstimmig zum Chef der Innsbrucker Berufsfeuerwehr. „Ein absoluter Fachmann mit guter Ausbildung und einem ebenso guten Auftreten“, beschreibt Landesfeuerwehrinspektor Alfons Gruber den Wildschönauer. So sieht es auch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer: „Sowohl durch seine Ausbildung als auch durch seine Erfahrung hat sich Herr Helmut Hager für diese Position qualifiziert.“
Eine Qualifikation, die der 33-Jährige an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt erwarb. Das Fachhochschulstudium schloss der Tiroler als Magister ab. Zudem absolvierte Hager Spezialausbildungen in den Bereichen Führungsmanagement, Katastrophenhilfe und Strahlenschutz. Zuletzt kommandierte der Bundesheer-Offizier die ABC-Abwehrkompanie in der Andreas-Hofer-Kaserne in Absam. Hager sammelte auch im Ausland Erfahrung – als Kommandant der UNIFIL-Feuerwehr im Libanon. Bei der Feuerwehr Breitenbach spielt Hager ebenfalls eine wichtige Rolle als Kommandant-Stellvertreter. Der Familienvater wird am 1. Oktober den bisherigen Branddirektor Erwin Reichel ablösen. „Bis dahin bleibe ich beim Heer, um dem Nachfolger geordnete Verhältnisse zu hinterlassen“, sagt der Wildschönauer.
Geordnet scheinen inzwischen auch die Verhältnisse bei der Berufsfeuerwehr. Der jahrelang schwelende Konflikt innerhalb der Mannschaft konnte vom bisherigen Branddirektor Erwin Reichel und der Stadtführung weitgehend bereinigt werden. Der scheidende Chef der Berufsfeuerwehr reichte vor vier Monaten seinen Abschied ein. Der Grund: „Ich will mich beruflich verändern“, so der Chemiker. Nach der Ausschreibung des Postens stellten sich 15 Kandidaten dem Auswahlverfahren. Am Dienstag entschied sich eine fünfköpfige Kommission für Hager. Der Stadtsenat segnete den Vorschlag am Mittwoch ab. (tom)