Entgeltliche Einschaltung

„Das ist in Zeiten knapper Unibudgets nicht in Ordnung“

Die Aufwandsentschädigung von 167.000 Euro für die Uniräte an der Med-Uni Innsbruck sorgt für Debatten. Ex-Minister Töchterle übt Kritik.

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Was zu viel ist, ist zu viel: Karlheinz Töchterle (l.) und Sigrid Maurer rechnen vor, dass die pauschalen Vergütungen für die Universitätsräte an einigen Unis vielfach zu hoch sind. Beide fordern Obergrenzen.
© APA/Hochmuth

Von Peter Nindler

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Innsbruck –Bereits in der vergangenen Periode wurden die Uniräte an der Medizinischen Universität Innsbruck für ihre üppigen Aufwandsentschädigungen getadelt. Die Höhe können sie übrigens selbst beschließen. Seit 20. März 2013 amtiert das neue Aufsichts- und Kontrollgremium an der Med-Uni. Die Kritik an den Vergütungen ist jedoch geblieben, denn im Vergleich mit den zwei anderen Medizin-Unis in Graz und Wien werden die Innsbrucker Uniräte nach wie vor außerordentlich gut bezahlt.

Kein Verständnis dafür hat der frühere Rektor der Leopold-Franzens-Universität, Ex-Wissenschaftsminister und jetzige Wissenschaftssprecher der ÖVP, NR Karlheinz Töchterle. „Klarerweise steht engagierten Uniräten eine Entschädigung zu. Aber alles mit Maß und Ziel.“ Dass einige wenige Uniräte für sich Vergütungen beschlossen hätten, die wenig maßvoll seien, sei gerade in Zeiten knapper Unibudgets nicht in Ordnung. „Das trifft auch auf die Medizin-Uni in Innsbruck zu“, wie Töchterle ergänzt. Deshalb habe er bereits im Frühjahr bei den Gesprächen zur mittlerweile in Begutachtung befindlichen Novelle des Uni-Gesetzes vorgeschlagen, eine Obergrenze für die Pauschalen und Sitzungsgelder einzuziehen.

Das Ministerium hat diese Initiative berücksichtigt, der Gesetzesentwurf enthält jetzt eine Bestimmung, wonach durch den Minister Obergrenzen festzulegen sind und er dabei unterschiedliche Universitätsgruppen berücksichtigen kann. „Das entspricht einem verantwortungsvollen Umgang mit den Universitätsbudgets“, erklärt Töchterle. Statt der 3000 Euro monatlich für den Uniratschef der Med-Uni Innsbruck hält der ehemalige Minister 1500 Euro für angemessen.

NR Sigrid Maurer (Grüne) spricht sich ebenfalls für Obergrenzen aus, „das wäre gut und richtig“. Sie bemängelt aber auch inhaltliche Defizite. „Obwohl es nur um ein paar Sitzungen im Jahr geht, sind einzelne Uniräte kaum vorbereitet.“ Zweifel hat Maurer auch an der Kompetenz einiger Uni-Aufsichtsräte. „Denn sie werden weiterhin nach rot-schwarzer Proporzpraxis ausgewählt.“ Die Nähe zur Politik sei deshalb ein großes Problem.

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Uniräte und Vergütungen

Unirat. Der Universitätsrat ist neben dem Rektorat und dem Senat oberstes Leitungsorgan einer Uni.

Vergütungen Med-Uni Innsbruck. Der Vorsitzende des Unirats erhält für fünf bis sechs Sitzungen 3000 Euro monatlich, sein Stellvertreter 2250 Euro und die anderen Uniräte 1730 Euro.

Med-Uni Graz. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter bekommen 950, die anderen Mitglieder 750 Euro.

Med-Uni Wien. Der Uniratschef kommt auf 1500 Euro, sein Vize auf 1250 Euro und die Uniräte werden mit 1000 Euro entschädigt.


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