Mindestens 40 Tote bei Kämpfen zwischen Volksgruppen in Libyen

Benghazi (APA/AFP) - Bei seit Tagen andauernden Kämpfen zwischen verfeindeten Volksgruppen im Süden Libyens sind mindestens 40 Menschen getö...

Benghazi (APA/AFP) - Bei seit Tagen andauernden Kämpfen zwischen verfeindeten Volksgruppen im Süden Libyens sind mindestens 40 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Die meisten der Opfer seien Bewaffnete, sagte ein örtlicher Behördenvertreter in der Oasenstadt Sabha, 750 Kilometer südlich von Tripolis. Demnach stehen sich bei den Kämpfen Angehörige der Volksgruppen der Toubou und der Tuareg gegenüber.

Hunderte Familien seien bereits vor der Gewalt geflohen. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die Stadt Sabha. Die international anerkannte libysche Regierung forderte die Gruppen auf, die Kampfhandlungen zu beenden und in einen Dialog einzutreten. In einer Erklärung bedauerte die Regierung die zunehmende Gewalt in der südlichen Region aufgrund von Rivalitäten „um politische und wirtschaftliche Macht“.

Libyen befindet sich seit dem Sturz und dem Tod von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 im Chaos. In dem nordafrikanischen Land gibt es keine funktionierende Staatsgewalt mehr, Milizen kämpfen um die Macht in dem ölreichen Staat. Seit die Hauptstadt Tripolis von überwiegend islamistischen Milizen kontrolliert wird, die eine eigene Regierung ernannt haben, haben sich die international anerkannte Regierung und das Parlament nach Tobruk im Osten des Landes zurückgezogen.

Die schwarzafrikanischen Toubou leben im Süden Libyens sowie im Norden des Tschad und des Niger. Sie waren unter der Herrschaft Gaddafis Diskriminierungen ausgesetzt und kämpften für seinen Sturz. Heute unterstützen sie die international anerkannte Regierung in Tobruk. Die Tuareg, die ebenfalls grenzüberschreitend in der Region leben, wurden von Gaddafi unterstützt und inzwischen von der Regierung in Tripolis bewaffnet.