Kamerablick auf Lienz zu Zeiten des Krieges
Das Museum Schloss Bruck präsentiert ab Herbst unter dem Titel „Heimat/Front - Lienz und der Krieg 1914-1918“ eine Auswahl eindrucksvoller, öffentlich bisher noch nie gezeigter Fotos. Auf die Beine gestellt wird die Schau im Turm einmal mehr vom Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP).
Von Claudia Funder
Lienz –Im beschaulichen Ambiente des Turms von Schloss Bruck gewährt seit Herbst 2013 die Ausstellung „Schlaglicht. Lienz und der Talboden“ einen lohnenswerten Blick auf einst Gewesenes. Das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP) hatte aus seinem üppigen Bestand markante Raritäten herausgefiltert, die eine kurzweilige Reise in die Vergangenheit erlauben. Neben Schautafeln läuft auch ein Film mit 80 Lichtbildern – wahlweise in Deutsch, Englisch oder Italienisch.
Die Schau wird von Einheimischen wie Gästen seit der Eröffnung geradezu gestürmt und drückt die Besucherfrequenz des Schlosses nach oben. In Anbetracht des enormen Interesses ist eine weitere Ausstellung nach gleichem Schema, aber neuen Inhalts die logische Konsequenz.
Im September soll es so weit sei, erzählt Archivleiter Martin Kofler im Gespräch mit der TT. Der Stadtrat habe, betont Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, der Auftragserteilung an das TAP zugestimmt und mache für das Vorhaben 9500 Euro locker.
Unter dem Titel „Heimat/Front – Lienz und der Krieg 1914–1918“ wird der Ausstellungsbesucher diesmal in eine unruhige Zeit der Stadtgeschichte entführt. Neben neun Tafeln wird erneut ein Fotofilm – begleitet von mehrsprachigen Texten – serviert.
Thematisch wird – erklärt Kofler – bereits vor 1914 gestartet. Den Schwerpunkt der Ausstellung werden aber natürlich die eigentlichen vier Kriegsjahre bilden. Ein Ausblickskapitel widmet sich auch dem Chaos zu Kriegsende und reicht zeitlich bis in das Jahr 1925, in dem das von Albin Egger-Lienz künstlerisch ausgestattete Kriegerdenkmal eröffnet wurde.
Die vom TAP konzipierte Ausstellung wird eindrucksvolle, noch nie öffentlich gezeigte Aufnahmen präsentieren – nicht nur im Herbst, sondern auch 2016. Bei ähnlichem Erfolg wie bei „Schlaglicht“ darf wohl mit einer Verlängerung gerechnet werden.
Das dauerhafte Nutzungsrecht an der derzeit laufenden Erstpräsentation „Schlaglicht“ wandert übrigens zum Preis von 5500 Euro vom TAP an die Stadt. Nach diesem Kauf hat die Stadt Lienz das Recht der Vorführung im Museum, die Bildrechte verbleiben aber weiterhin beim TAP.