Familienbetrieb um Teenager

Tirols Tennis-Hoffnung Alexander Erler soll bei den Generali Open in Kitzbühel glänzen.

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Von Roman Stelzl

Kufstein –Der sportliche Alltag von Alexander Erler konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Tennis-Akademie in München – aber sobald sich die Türen schließen, ist der 17-Jährige immer noch ein Jugendlicher aus Tirol. Und zwar im Kreise seiner Familie, zuhause in Kufstein, wo die Verwandtschaft fast schon einen eigenen Betrieb rund um Österreichs große Nachwuchs-Hoffnung aufgebaut hat.

„Seine Mutter kümmert sich um die schulischen Angelegenheiten. Ich schaue auf die wirtschaftlichen Dinge – und meine Frau kümmert sich als Fitnesscoach um die Ernährung“, erklärt Markus Erler. Der Onkel des 1,94 Meter großen Jungstars zieht im Hintergrund die Fäden. Der Vergleich mit Toni Nadal und dessen Neffen Rafael liegt nahe, Markus Erler winkt dabei aber lächelnd ab: „Das Training machen andere.“

Dennoch: Die Wurzeln des Erfolges sind im familiären Boden verankert. Und dieser Erfolg ist spürbar: Nach den Meistertiteln in der U 14 und U 16 kam bei Erler heuer die U 18 dazu – daneben gab es in München die Wildcard für das ATP-Turnier. Am Wochenende folgte Junioren-EM-Silber mit Tirols zweiter großer Hoffnung Matthias Haim. Und als wäre dem noch nicht genug, darf der 95. der Junioren-Weltrangliste am Samstag nach 2014 bei den Generali Open in Kitzbühel in die Quali ran. Und zudem geht es mit dem Wahl-Kitzbüheler Philipp Kohlschreiber (GER) ins Doppel – im ersten ATP-Hauptbewerb überhaupt.

Es ist viel, was sich hier schon angesammelt hat. Und auch wenn Erler bereits mit den Top 300 der Welt mithalten kann, so ist die Frage erlaubt: Zu viel für sein Alter?

„Man darf nicht vergessen, dass Alex in gewisser Hinsicht noch ein Kind ist. Wir wollen nächstes Jahr voll auf der Future-Tour einsteigen und uns davor mit weniger Turnieren intensiv vorbereiten“, sagt Onkel Markus. Es sei aber normal, dass es Phasen ohne Pausen gebe. Wo Turnier auf Turnier folgt und mehr oder minder unfreiwillig die Belastbarkeit getestet wird.

Eine solche Phase scheint Erler derzeit zu haben: Nach dem EM-Auftritt in Klosters (SUI) letzte Woche ging es für einen Tag in die Südstadt, dann weiter nach Tschechien mit zwei Länderduellen gegen Israel (gestern) und Polen (heute). Und am Samstag soll Erler dann fit auf dem Kitzbüheler Platz stehen. Um der Erfolgsgeschichte die nächsten Meilensteine hinzuzufügen.


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