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NEOS Wien - Mit Aktionismus und Anti-Strache in Richtung Rathaus

Wien (APA) - Nach den Niederlagen in der Steiermark und im Burgenland, wo der Einzug in den Landtag nicht geschafft wurde, blicken die NEOS ...

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Wien (APA) - Nach den Niederlagen in der Steiermark und im Burgenland, wo der Einzug in den Landtag nicht geschafft wurde, blicken die NEOS nun gebannt auf die Wien-Wahl am 11. Oktober. Denn der Sprung ins Stadtparlament ist mit Blick auf das mittelfristige Überleben der Partei fast ein Muss. Punkten wollen die Pinken vor allem mit Bürgerbeteiligung, jeder Menge Aktionismus und einem Anti-Strache-Kurs.

Die Chancen für einen Einzug in den Wiener Landtag und Gemeinderat stehen prinzipiell nicht allzu schlecht. Immerhin hatte die Partei bei ihren ersten Wahlantritten in Wien durchaus respektable Ergebnisse eingefahren, die jeweils über den bundesweiten Resultaten lagen. Bei der Nationalratswahl 2013 schafften die NEOS in der Bundeshauptstadt 7,7 Prozent (österreichweit 5 Prozent) - mit sogar 15,7 Prozent in der traditionell schwarzen Innenstadt. Bei der EU-Wahl kamen die Pinken in Wien auf gar 9,09 Prozent (österreichweit 8,1 Prozent).

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Kommunale Urnengänge sind mit bundes- oder gar europaweiten Wahlen freilich nur bedingt vergleichbar. Und die NEOS haben durch den verpassten Einzug in der Steiermark und im Burgenland zuletzt ordentliche Dämpfer wegstecken müssen. Wohl nicht zuletzt deshalb zeigt man sich in Wien nun - mit zeitweiliger Tendenz zur Hyperaktivität - besonders emsig. Schon ganz im Wahlkampfmodus - den offiziellen Start ließ man bereits Mitte Juni über die Bühne gehen - hat man sich für jede Woche ein inhaltliches Schwerpunktthema vorgenommen. Auch in den eher ruhigen Sommermonaten jagt eine pinke Pressekonferenz die nächste. Dazu kaum eine aktuelle Debatte, die nicht auch von der Wiener Spitzenkandidatin per Presseaussendung kommentiert wird.

Da die kommunalpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten mangels Präsenz im Stadtparlament sehr beschränkt sind, versuchen die NEOS mit Aktionismus und dem Nimbus einer aufbegehrenden Bürgerbewegung mediale Aufmerksamkeit zu erreichen. Wiens Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger sprayte bereits ihre Signatur vor die Pforten des Rathauses. Parteiaktivisten störten auf der Besuchergalerie eine Landtagssitzung und provozierten einen Rauswurf. Und erst diese Woche machte ein pinker Mitarbeiter mit Häupl-Papiermaske mittels Dampfwalze den Wählerwillen symbolisch platt.

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Derlei Aktionen sind wohl auch dem vergleichsweise niedrigen Wahlkampfbudget geschuldet. Zwecks Geldlukrierung hat man unlängst eine ungewöhnliche Sammelaktion gestartet. Online kann man einzelne Pixel von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache kaufen, wobei pro Kästchen zehn Euro als Parteispende anfallen. „Strache abmontieren“, nennt sich die Crowdfunding-Initiative, die gut in den Anti-FPÖ-Kurs der NEOS passt. Denn schließlich will man sich als konstruktive Alternative zum Politestablishment positionieren und wirbt offiziell mit „Veränderung für Wien. Ohne Strache!“.

Inhaltlich setzten die Wiener NEOS zuletzt vor allem auf das Thema Bildung. Gefordert werden 1.000 Euro mehr pro Pflichtschüler und Jahr, das Geld soll vorrangig durch Kürzungen in der Verwaltung und im politischen System kommen. Dafür scheute man - Stichwort: „G‘scheite Kinder statt g‘stopfte Politiker“ - auch vor populistischen Anleihen nicht zurück.


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